Biblische Lehre – Drei Dinge, die Du von einem Theologiebuch 
nicht erwartet hättest

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Biblische Lehre Theologiebuch John MacArthur
Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten

Ein Artikel über das Theologiebuch Biblische Lehre von John MacArthur und Richard Mayhue.

Wiedergeborene Christen sind durch das Wort Gottes, das „Evangelium ihres Heils“, zu neuem Leben gezeugt worden. Sie wissen, dass Gottes Wort, die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments, das „Wort der Wahrheit“ ist (2Kor 6,7; Eph 1,13; Kol 1,5; 2Tim 2,15; Jak 1,18). Sie haben und lieben dieses Wort, denn es ist Gottes verlässliche Wahrheit. Es ist „wahre Wahrheit“ von einem Gott, der nicht lügen kann. Es bietet der Seele einen außerweltlichen, göttlichen Anker (Heb 6,18–20). Das ist gerade in unserer post-faktischen und post-postmodernen Zeit der Beliebigkeit und Orientierungsarmut einzigartig und etwas außerordentlich Wertvolles.

Und weil wiedergeborene Christen „aus der Wahrheit“ sind (1Joh 3,19), lesen, lieben und leben sie dieses Wort. Das ist ihnen wesenseigen. Zu einem solchen Leben werden sie beständig befähigt und motiviert durch den in ihnen wohnenden Heiligen Geist, der der „Geist der Wahrheit“ ist (Joh 16,13; 1Joh 4,6).

Trotzdem teilen Bibelleser die Erfahrung, dass die Schrift bei aller Klarheit manchmal auch schwer zu verstehen sein kann. Wie oft müssen wir auf die Philippus-Frage: »Verstehst du auch, was du liest?« die Antwort geben: »Wie könnte ich denn, wenn mich nicht jemand anleitet?« (Apg 8,30). Wir wünschen uns manchmal einen Philippus, der »anfangend von dieser Schrift … das Evangelium von Jesus« so verkündigt und darlegt, dass man es verstehen und befolgen kann.

Die Herausgeber John MacArthur und Richard Mayhue legen uns einen solchen „Philippus“ in die Hand. 1.300 Seiten umfasst ihr Werk Biblische Lehre – Eine systematische Zusammenfassung biblischer Wahrheit in deutscher Sprache. Ein Theologiebuch also, aber ein ganz besonderes. Drei Dinge fielen mir auf, die ich und manche meiner Freunde unter den Bibellesern und Theologen von einem „Theologiebuch“ nicht unbedingt erwartet hätten:

1. Es ist so verständlich geschrieben, dass auch der „normale Bibelstudent“ es versteht,
2. es zielt nicht nur auf den akademischen Verstand, sondern auch auf das erneuerte Herz, und
3. es streitet nicht um theologische Standpunkte um des gelehrten Streites willen, sondern sucht beständig, die Glaubenden und ihre Gemeinden auf ihrem »allerheiligsten Glauben« geistlich aufzuerbauen (Jud 20ff) und im Glaubensleben zu befestigen.

Biblische Lehre ist verständlich geschrieben

Das Werk Biblische Lehre – Eine systematische Zusammenfassung biblischer Wahrheit fasst in zehn wesentlichen Stücken zusammen, was die Heilige Schrift über Gott, den Menschen, die Sünde, das Gericht, die Gnade Gottes und die Erlösung sagt. Der Leser wird gefördert, biblische Wahrheit zu ergreifen, die befreit. Er wird motiviert, göttliche Weisheit zu erwerben, die heiligt. Und er wird befähigt, jene echte Liebe zu erkennen, die jenseits von Sentimentalität und Gutmenschentum das Herz des Glaubenden wirklich erfüllt. In stets spürbarer Ehrfurcht und Liebe geschrieben, tut Biblische Lehre so der Seele wohl.

Die Autoren reden angenehm begreifbar, biblisch nachvollziehbar und so erfreulich klar, dass der Glaubende Korrektur und Erstarken seines Glaubens erfahren kann. Biblische Lehre wurde nicht in hochgestochene Theologensprache verpackt, welche allzu oft die Wahrheit der Schrift dem nicht-akademischen Bibelstudenten verschleiert und verdunkelt, dort gar Aversion gegen die „trockene Theologie“ erzeugt. Wie oft befördern solche Aversionen emotional aufgeladene Sprüche und Dogmen, wie: „Lehre trennt, Liebe eint“, welche die Verkündigung und Lehre der Wahrheit in der Gemeinde nachhaltig beschädigen und verkümmern lassen.

Es tut auch gut, dass Biblische Lehre nicht versucht, den Glaubenden mit dem ganzen schillernden Spektrum falscher Lehren aus der Feder toter (und lebender) Theologen zu belasten (was manche als wahre Kunst der Theologenarbeit und Qualitätsmerkmal der christlichen Hochschulausbildung verstehen). Nein, Biblische Lehre ist anders: Die Herausgeber wollen dem Glaubenden, der »seine Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht« (Psalm 1,2), bei seinem Studium beistehen, damit er »in der Gnade und Erkenntnis Jesu Christi« wachse (2Pet 3,18). Sie wollen jenen helfen, die ihrem Herrn und Retter in Gemeinde und Mission dienen und sich in diesen Diensten durch Gottes Gnade weiterentwickeln wollen. Und damit Fachbegriffe nicht hindern, sondern im Verstehen und Begreifen helfen, werden diese stets in Fußnoten und einem Glossar kurz erklärt. Ein ausführlicher Fachwortindex erleichtert darüber hinaus den direkten Zugriff auf jene Stellen in Biblische Lehre, wo die Begriffe und Sachverhalte weiter erklärt und verwendet werden. Das hilft dem Verständnis sehr und fördert das Wachstum in der biblischen Lehre.

Gemeinden und Mitgläubige in solchem Anliegen zu fördern, ist Herzblut und DNA des Herausgebers EBTC. Ein Schweizer Missionsleiter hat Biblische Lehre kürzlich trefflich so beschrieben: »Ein vollständiges „Bibelschul-Programm“ in einem einzigen Buch, das die gesamte biblische Theologie abdeckt. Ein hervorragendes Nachschlagewerk, zusammengestellt von erfahrenen Bibellehrern, empfehlenswert für jeden, der geistlich weiterkommen möchte.«

Biblische Lehre zielt auf Kopf und Herz

Die Protestanten des 16. und 17. Jahrhunderts verstanden biblische Lehre und Theologie nicht als akademischen Elfenbeinturm, als reine Übung des Verstandes, sondern begriffen sie als das Herzstück im Leben eines Nachfolgers Christi. Der Puritaner Thomas Watson schrieb in seiner posthum veröffentlichten Predigtreihe „A Body of Divinity“, dass die biblische Lehre »dem Christentum die Richtung weist, wie das Auge den Körper leitet. … [sie] ist für die Seele wie der Anker eines Schiffes, der es mitten in wogender See des Irrtums und im heftigen Sturm der Verfolgung festhält«. Sie verstanden, dass das Haupt (der Verstand) gemacht wurde, um dem Herzen zu dienen, dass Theologie unsere Seele erfreuen, Anbetung und Gebet anfachen und dabei die Seele verändern soll. Sie waren weit davon entfernt, dem landläufigen Irrtum zu verfallen, Theorie und Praxis, Theologie und Nachfolge seien im Glaubensleben Gegensätze.

Biblische Lehre – Eine systematische Zusammenfassung biblischer Wahrheit zielt auf das Verständnis der biblischen Lehre, der göttlichen Wahrheit. Und wer sich der Wahrheit des Wortes systematisch und beständig aussetzt, kann tiefgehende, geistlich reifende Wirkungen erleben: im Denken und Fühlen, im Reden zu Gott und zu Menschen, im Handeln und Wandeln als Nachfolger Jesu Christi. Das wird zeugnishaft sichtbar und beeindruckend lebendig:

– Sie informiert unser Denken mit der Wahrheit über Gottes Wesen und Werke, ergreift damit unser Herz, entzündet unsere Gegenliebe und lässt unsere Lippen in vom Geist und der Wahrheit geprägtem Gotteslob überfließen.

– Sie informiert unser Wissen und Denken mit der Wahrheit über den Menschen, über seinen hoffnungslosen, gefallenen Zustand, und bringt uns mit zerbrochenem Herzen und gebeugten Knien vor unseren barmherzigen Retter-Gott, der einzig und alleine diesen Zustand beenden und zum Besten wenden kann und will.

– Sie prägt unsere Weltanschauung durch die Wahrheit des Wortes, damit wir das, was wir in dieser Welt wahrnehmen, mit Gottes Augen sehen und so erst recht verstehen. Das alleine ist eine menschenwürdige und gottesverehrende Weltanschauung. Sie trägt durch die Zeit und in die Ewigkeit Gottes hinein.

– Sie treibt uns ins Gebet, erfüllt unser Herz mit rechter Demut vor Gott und lässt uns alles von Dem erwarten, der die Seinen schon vor aller Zeit geliebt, erwählend an Sein Vaterherz gezogen und eine herrliche Zukunft an der Seite Seines Sohnes in Seiner ewigen Welt verheißen hat.

– Sie liefert uns wahren Sinn, echte Erfüllung und unfehlbare Gewissheit über den Sinn und das Ziel unseres Lebens, so dass wir es coram Deo (vor Gottes Angesicht) in hingegebener Widmung an Gott, in praktischer Weisheit und in ganzheitlicher Heiligung leben wollen und Schritt für Schritt unter Seinem liebenden Auge und seiner erziehenden Hand leben lernen. Als der Sohn Gottes zu seinem Vater betete: »Heilige sie durch die Wahrheit« (Joh 17,17), machte er deutlich, dass es ohne Belehrung in der göttlichen Wahrheit kein gottgefälliges Leben gibt.

– Sie motiviert uns am Beispiel Jesu und der Apostel zum Herzensanliegen der Evangelisation, um unseren Zeitgenossen in aller Welt das zu bringen, was ihnen am meisten mangelt: die Wahrheit, Gottes gute Botschaft von der größten Tat und dem größten aller Wunder, das durch den menschgewordenen Gottessohn zur Rettung von Sündern auf Golgatha geschehen ist und jedem Glaubenden zuteil wird.

– Sie motiviert uns, unseren Glaubensgeschwistern in der Gemeinde das Wort Gottes immer wieder als das „Brot des Lebens“ darzureichen, liebevoll vorbereitet und zubereitet für die Menschen und ihre Situation, in die das Wort unnachahmlich mit Wahrheit, Kraft und Klarheit hineinredet. Sie ermutigt unser Herz, das Wort Gottes mit Entschiedenheit und Furchtlosigkeit zu predigen, sei es mit Rückenwind oder gegen den Wind. Wir wollen Herz und Verstand die Wahrheit Gottes verständlich und begreifbar machen, denn alle gute Wirkung des Wortes beginnt mit der biblischen Lehre (2Tim 3,16f).


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Biblische Lehre festigt im Glaubensleben

Ich bin sehr dankbar, dass wir Biblische Lehre nun auch in deutscher Sprache nutzen können. Nach Angabe des Herausgebers waren dazu tausende von Stunden intensiver Arbeit im Übersetzen, Übertragen, Formulieren, Prüfen und Indizieren nötig. Diese Liebesarbeit für die Gemeinde Jesu hat sich gelohnt, denn das Arbeiten mit diesem Buch neben der aufgeschlagenen Bibel festigt und gründet praktisch den Glauben der Erlösten. Dies sind meine Erfahrungen:

– Biblische Lehre bringt die Wahrheit der Bibel wohlgeordnet und biblisch gegründet vor Verstand und Herz des Glaubenden. Zahlreiche Bibelstellen, Zitate und Fußnoten verweisen auf den Felsen des Wortes Gottes und ermutigen so zum „Beröer-Test“ (Apg 17,11) mit der geöffneten Bibel auf dem Schreibtisch des Studierzimmers. Die systematische Ordnung und Gliederung des Materials und vor allem die drei umfangreichen Verzeichnisse (Fachwörter, Stichwörter, Bibelstellen) erschließen das Werk und erleichtern das Arbeiten damit außerordentlich, sei es beim Durchlesen, beim gezielten Nachschlagen, beim persönlichen Bibelstudium, bei der Vorbereitung einer Bibelarbeit oder einer Predigt, oder beim Durchdenken schwieriger Lehrfragen.

– Biblische Lehre fügt sich ein in die Reihe jener Lehrbücher, die die volle und die verbale Inspiration, die Fehlerlosigkeit und die Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift festhalten. Damit ist dieses Werk geistlich geeignet zur biblischen Festigung der Gemeinde und zur Auferbauung ihrer Glieder. Bibeltreue Gemeinden werden daran ihre Freude finden und geistlichen Nutzen daraus ziehen.

– Biblische Lehre ragt aus dieser Reihe heraus, weil es eine klare, biblisch begründete Position in umstrittenen Fragen des Glaubens einnimmt: Siebentageschöpfung, junge Erde, reformatorische Heilslehre, Gläubigentaufe, Gemeindeleitung durch Älteste, komplementäre Sicht von Mann und Frau, Ende der apostolischen Zeichengaben, biblischer Dispensationalismus, zukünftige Wiederkehr Christi, Tausendjähriges Königreich, Unterscheidung von Gemeinde und Israel u.a.m. Damit lässt sich das Herausgeberteam John MacArthur und Richard Mayhue keinem der traditionellen theologischen Systeme zuordnen (was manche erfolglos versuchen). Die Herausgeber und ihr Autorenteam zeichnen sich vielmehr dadurch aus, dass sie von Genesis (1. Mose) bis Offenbarung einer konsistenten biblischen Hermeneutik (Lehre von den Grundsätzen der Textauslegung) folgen, wohin auch immer diese sie führt. Das ist wohl der sicherste und demütigste Ansatz, die Wahrheit der Schrift studierend zu erkennen, entschieden zu tun und in der Folge auch klar lehren zu können (vgl. Esra 7,10).

– Am Ende aber auch ein caveat:  Biblische Lehre ist keine Lektüre der „leichten Muse“, sondern Schwarzbrot- und Vitamin-Kost. Das werden manche nicht genießen. Bedächtiges Kauen erschließt auch hier Genuss und Gewinn: »Wie groß sind deine Werke, Herr! Sehr tief sind deine Gedanken.« (Ps 92,6). Das Wort Gottes fordert zum Mit- und Nachdenken heraus. Die alte Weisheit: »Ohne Fleiß kein Preis!« (vgl. Röm 12,11; 2Kor 7,12; 8,7; 2Pet 1,5) gilt auch hier, vor allem mit Blick auf die über tausend Buchseiten. Eine bequem gewordene Fast-Food- und Tiefkühlkost-Mikrowellen-Generation darf wieder Freude am Denken und Nachdenken entdecken und Ausdauer beim Forschen und Lernen in der Schrift entwickeln. Das fordert heraus. Die didaktische Erfahrung: »Was schnell und billig erworben wurde, wird auch schnell und billig vergessen!« gilt immer noch. Nur wer tief gräbt, kann frostsichere und stabile Fundamente für sein Glaubenshaus legen. Ob man das getan hat, wird sich beim beständigen Rostfraß des Zeitgeistes, in der bitterkalten Nacht des Unglaubens und im Sturm der Widergöttlichkeit erweisen.

Als Letztes ein bedenkenswerter Satz für jene, die immer wieder vergeblich versuchen, unter Umgehung des Denkens und Schlechtreden des Verstandes das Herz der Zuhörer zu treffen: »Das Wort Gottes kann im Verstand sein, ohne im Herzen zu sein; aber es kann nicht im Herzen sein, ohne zuerst im Verstand zu sein.« (R. C. Sproul).

Das Ziel von Biblische Lehre

Biblische Lehre strebt von Gottes Liebe und Wahrheit getrieben ein großes Ziel an: den Glaubenden so zu fördern, dass er für Gottes lebendiges Wort vertieften Dank und Ehrfurcht empfindet, dass er unseren großen Heiland-Gott im Geist und in der Wahrheit gegründet anbetet, und dass er seinem Herrn und Retter Jesus Christus entschiedener nachfolgt. Auch andere Autoren biblischer Theologien streben dies an, aber bei Biblische Lehre ist mir dies immer wieder besonders aufgefallen.

Es ist ja ein geistliches Grundgesetz: Je mehr wir die Herrlichkeit Gottes in Seiner Selbstoffenbarung im Wort sehen, umso mehr werden wir Ihn von ganzem Herzen lieben und ehren wollen. Das bewirkt der Heilige Geist im Glaubenden. Und so wird dann unser »Herz und Mund und Tat und Leben« immer mehr »von Christo Zeugnis geben/ ohne Furcht und Heuchelei,/ dass er Gott und Heiland sei.« (Salomon Franck, 1717; BWV 147).

Es gibt keine Abkürzung: Die Tiefe unserer Theologie wird die Höhe unserer Anbetung und die Widmung unseres Herzens und Lebens bestimmen. Das ist der edelste Nutzen dieses Buches über die biblische Lehre. Und solche Bücher liebe ich.

SDG.