Drei Schritte, um Angst und Sorge zu bekämpfen

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten
Angst und Sorge überwinden

Die Welt, in der du lebst, schwimmt geradezu nur so in Angst und Sorge. Allein schon mehr als 40 Millionen Amerikaner geben an, sich mit Angstzuständen herumzuschlagen. Auch der Apostel Petrus war nicht davor gefeit. In einem an seine Freunde gerichteten Brief aus dem ersten Jahrhundert verriet er sein Geheimnis der Bekämpfung von Angst und Sorge in drei Schritten.

»So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit! Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann« – 1. Petrus 5,6–8

Vertraue Gott: Es mag sich zwar nicht so anfühlen, dass er für dich sorgt, doch er tut es.

Es kommt zu Angst und Sorge, wenn ich glaube, die Last allein tragen zu müssen. Meine Gedanken flüstern mir dann zu: Nicht einmal, jene, die dir am nächsten stehen, können deinen Zustand nachvollziehen.

Dieser Annahme sitzt man leicht auf, weil die eigenen äußerst reellen Umstände andere nicht sonderlich zu belasten scheinen. Diese Grundannahme zeigt sich bei den Jüngern, als sie den heftigen Sturm auf dem See Genezareth erlebten. Markus erzählt die Geschichte:

»Und es erhob sich ein großer Sturm, und die Wellen schlugen in das Schiff, sodass es sich schon zu füllen begann. Und er war hinten auf dem Schiff und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir umkommen?« – Markus 4,37–38 (Hervorhebung hinzugefügt)

Beachte, wie schnell sich die Jünger von ihrer Furcht zu einem vermeintlichen Fehler im Charakter Jesu bewegen!

Sie gingen fälschlicherweise davon aus, dass er, wenn es ihn wirklich kümmerte, etwas tun würde, um ihre Umstände zu verändern. Wenn man wie ein Irrer Wasser aus dem Boot schöpft, ist es leicht, davon auszugehen, dass Gott sich nicht um einen schert.

Die Bibel stellt die Realität der Stürme, die in unser Leben kommen, nicht in Frage. Sie bezeichnet dich nicht als schwach, nur weil du Angst hast. Stattdessen weist sie uns an, etwas mit unseren sorgevollen Gedanken und mit der Angst zu tun: Werft sie auf den Herrn. Nimm deine sorgevollen Gedanken und werfe sie Gott, der für dich sorgt, zu Füßen. Eine solche Handlung erfordert offensichtlich eine Menge Gottvertrauen.

Schritt 1:

Wenn sich die ängstlichen und sorgevollen Gedanken einstellen, halte dir den Charakter Gottes vor Augen und vergegenwärtige dir, dass er wirklich für dich sorgt. Vertraue ihm.

Demütige dich: Es mag sich zwar nicht wie Stolz anfühlen, doch es ist Stolz.

Es mag zwar eine Überraschung für dich sein, doch Demut ist ein wichtiger Faktor zur Überwindung von Angst und Sorge.

Wir machen uns über alles Mögliche sorgen, wie z. B. einen sicheren Arbeitsplatz, den Erfolg unserer Kinder, den befürchteten Anruf unseres Arztes oder Konflikte unter Freunden. Ehe er uns daran erinnert, Gott zu vertrauen, wenn wir uns Sorgen machen, erteilt uns Petrus einen anderen Befehl: »So demütigt euch … unter die gewaltige Hand Gottes.«

Alle Dinge, über die wir uns Sorgen machen, haben einen gemeinsamen Nenner: Wir haben keine Kontrolle über den Ausgang dieser Dinge. Wenn wir nicht in Demut wandeln, sind wir anfällig für die fälschliche Annahme, dass wir unsere Umstände kontrollieren können. Kurzum, solch ein Gedanke offenbart eine Stolze Einstellung. Wir glauben, das tun zu können, was nur Gott tun kann. Aus diesem Grund warnt uns Petrus, »So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes.«

Wenngleich anhaltende sorgevolle Gedanken sich nicht stolz anfühlen mögen, sind sie es.

Der Zusammenhang stellt klar: Wenn du nicht bereit bist, dich vor Gott zu demütigen, bist du auch nicht in der Lage, deine Sorge auf ihn zu werfen.

Schritt 2:

Wandele in Demut bei deinem Umgang mit sorgevollen Gedanken. Bekräftige, dass Gott das im Griff hat, was du nicht im Griff hast.

Beschütze deine Gedanken: Es mag sich zwar nicht schädlich anfühlen, doch es wird sich als schädlich erweisen.

Die meisten von uns, die gegen Angst und Sorge ankämpfen, müssen feststellen, dass es uns auch schwerfällt, unsere eigenen Gedanken in den Griff zu bekommen. Corrie Ten Boom, die als Überlebende des Holocaust mit dem Leid nicht unvertraut war, sagte einmal, »Sorge ist ein Kreislauf ineffizienter Gedanken, die um ein Zentrum der Furcht wirbeln.«

Petrus gibt uns eine dringende Warnung:

»Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.« – 1. Petrus 5,8

Das griechische Wort für »nüchtern« (einige übersetzen es mit »besonnen«) kommt nur viermal im Neuen Testament vor. Jedes Mal befindet es sich in einem Leidenszusammenhang. Es ist zu erwarten, dass es schwierig ist, klar zu denken, wenn man eine Anfechtung erlebt. Im vorliegenden Zusammenhang ist es eine wichtige Erinnerung daran, dass man seinen Kampf gegen die Angst und Sorge als einen geistlichen Kampf versteht. Sei wachsam. Sei auf der Hut. Der Teufel ist sowohl aktiv als auch aggressiv.

Der Wortstamm, der sich hinter »nüchtern« verbirgt, wird an anderer Stelle gebraucht, um Trunkenheit zu vermeiden. Der Vergleich sollte einem nicht entgehen. Gleichermaßen, wie das eigene Denken durch den Einfluss von Alkohol beeinträchtigt werden kann, so kann auch das eigene Denken beeinträchtigt werden, wenn man sich unter dem Einfluss von Sorge befindet.

Deine sorgevollen Gedanken nehmen dein Denken in Beschlag. Die Sorge macht es schwer für uns, in biblischen Prioritäten zu denken (Mt 6,33). Wie eine Sucht kann man sich eine solche Denkweise nur schwer abgewöhnen. Wir werden aufgefordert, nüchtern zu sein. Damit ein Alkoholiker sein Problem siegreich überwinden kann, muss er lernen, zum nächsten alkoholischen Getränk »nein« zu sagen. Dasselbe trifft auch auf eine Person zu, die von Angst und Sorge geplagt ist. Sie muss lernen, zu ihren sorgevollen Gedanken »nein« zu sagen.

Jeder von uns muss wachsam sein und bewusst wahrnehmen, wenn ein legitimer Zukunftsplan im Begriff ist, sich in eine Zukunftssorge zu verwandeln.

Schritt 3:

Sei wachsam, ehe es zu sorgevollen Gedanken kommt. Lerne, wie du deine Gedanken gefangen nehmen kannst.

Unser Kampf gegen Angst und Sorge ist letztendlich ein Glaubenskampf und deshalb bekräftigen wir, Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. Die Befolgung des Drei-Schritte-Plans des Petrus ist der erste Schritt in dem Prozess der Überwindung von Angst und Sorge.

 

Du willst mehr zu diesem Thema lesen? In seinem Buch »Sicher im Sturm« teilt Phil Moser seine Strategien mit uns, wie man anhand der Bibel Ängste und Sorgen überwinden kann.

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