Suche
Close this search box.

Was sagt die Bibel zur Schöpfung?

Die Schöpfung geschah in sechs buchstäblichen Tagen vollständig und unmittelbar durch das fiat (Dekret) des persönlichen, allwissenden und allmächtigen Entwerfers und Gestalters.
WhatsApp
Email
Facebook
Telegram
Twitter
Drucken
Was sagt die Bibel zur Schöpfung?
Lesezeit: 5 Minuten

Gottes Schöpfung wird definiert als sein Werk durch sein Wort zu seiner Verherrlichung, und zwar das Universum aus nichts zu erschaffen, so dass es in seinem ursprünglichen Zustand ohne geistliche oder physische Verderbtheit war. Die Absicht dieser Erörterung ist es nicht, apologetische Argumente für den Kreationismus zu bieten, sondern die biblische Lehre von Gottes Werk der Schöpfung zusammenzufassen und das Modell des Fiat-Kreationismus als die angemessene Interpretation des biblischen Schöpfungsberichts darzustellen.

Der Beginn des Universums und der Zeit

Das Universum hatte einen Beginn, und dieser Beginn begann mit dem ersten Augenblick der Zeit (1Mo 1,1; Mt 19,4; Mk 10,6; Joh 1,1–2; 17,5; Heb 1,10). Da Gott »im Anfang« schuf, muss der Anfang auch Zeit einschließen. Gott begann mit der Erschaffung im ersten Augenblick der Zeit, dem Beginn des ersten Tages (1Mo 1,5). 1. Mose 1,1 beweist, dass Gott außerhalb der Zeit existiert und dass er ihr Schöpfer ist.

Die Schöpfung erfolgte rasch und aus Nichts

Gott schuf das Universum in sechs buchstäblichen Vierundzwanzig-Stunden-Tagen, und er schuf es durch sein Wort ex nihilo (»aus nichts«) (1Mo 1,1; Ps 33,6.9; 148,5; Jes 45,18; Joh 1,3; Apg 4,24; 14,15; 17,24–25; Röm 4,17; Kol 1,16; Heb 11,3; Offb 4,11; 10,6). Gott schuf die erste physische Energie und die erste Materie, denn als er seine Schöpfungsakte begann, war weder das eine noch das andere vorhanden. Gott ist die einzige Ursache für den Beginn des Universums.

Das Universum ist unterschieden und abhängig von Gott

Das Universum wurde von Gott geschaffen, ist unterschieden von ihm und ist doch auch abhängig von ihm (Hi 12,10; Ps 104,30; 139,7–10; Jes 42,5; Jer 23,24; Apg 17,24–28; Eph 4,6; Kol 1,15–17; Heb 1,3). Gott ist größer als das, was er erschaffen hat.

Das Universum wurde von dem dreieinigen Gott erschaffen

Der Gott, der das Universum erschaffen hat, ist der in der Bibel offenbarte dreieinige Gott. Gott der Vater initiierte das göttliche Werk der Schöpfung und steuerte es (1Kor 8,6). In Unterordnung unter den Vater als dessen Instrument schuf Gott der Sohn das Universum (Joh 1,3; 1Kor 8,6; Kol 1,15–17; Heb 1,10). Und auch der Heilige Geist hatte Teil am göttlichen Werk der Erschaffung des Universums (1Mo 1,2; Hi 26,13; 33,4; Ps 104,30; Jes 40,12–13). Dieses Werk war aber nicht aufgeteilt; vielmehr handelte jede Person der Trinität in Übereinstimmung mit den anderen beiden Personen. Gott der Vater wird als der Ursprung gesehen; Gott der Sohn wird als der Mittler der Schöpfungshandlungen gesehen; und der Heilige Geist wird als der Ausführende dieser Handlungen gesehen. Jede Person wirkte in den Schöpfungshandlungen vollständig und in Übereinstimmung mit den jeweils anderen.

Gottes Schöpfung war ein freier Akt

Gott handelte bei der Schöpfung frei (Eph 1,11; Offb 4,11). Die Schöpfung ist für das Wesen Gottes nicht notwendig. Selbst der Ratschluss Gottes ist nicht essenziell für Gott, sondern ist vielmehr ein notwendiges ewiges Produkt des Wesens Gottes. Die Schöpfung ist vom souveränen Ratschluss Gottes abhängig, deshalb ist die Schöpfung an sich nicht notwendig für Gott, um Gott zu sein. Aber die Schöpfung ist ein notwendiges Ergebnis der Verflechtung von allem, was Gott ist (seine Vollkommenheiten, sein Wesen).

Der Mensch wurde direkt, als Höhepunkt der Schöpfung und speziell erschaffen

Gott schuf Adam und Eva direkt und speziell als Höhepunkt des göttlichen Werks der Schöpfung (1Mo 2,7.21–23). Adam wurde zuerst aus dem »Staub vom Erdboden« erschaffen und dann wurde aus einer seiner Rippen durch Gott Eva gebildet. Sie waren individuelle Personen und wurden am sechsten und letzten Tag der Schöpfung geschaffen – als Höhepunkt des Schöpfungswerkes Gottes. Gott schuf den Menschen nicht aus anderen Wesen im Verlauf von vielen Äonen, sondern aus dem Erdboden am buchstäblich sechsten Tag der Schöpfung. Gott schuf den Menschen nicht aus toten Tieren, sondern direkt aus dem Staub des Erdbodens und im Bild Gottes (1Mo 1,27). Und als Gott Eva aus Adam gebildet hatte, waren sie die ersten Ehepartner und das Muster für alle Ehen (1Mo 2,24).

Der Mensch wurde geschaffen, um über die Erde zu herrschen

Gott schuf Adam und Eva und gab ihnen das Gebot, über die Erde zu herrschen (1Mo 1,27–31). Sie waren Gottes Diener, um die Erde für ihn zu regieren.

Alle Geschöpfe sollten sich »nach ihrer Art« fortpflanzen

Gott schuf jedes Geschöpf, um sich »nach seiner Art« (1Mo 1,11.12.21.24.25) fortzupflanzen oder Frucht zu tragen. Daraus ergab sich, dass es in der genetischen Natur jeder Art unverletzbare Schranken gab.

Alle Dinge und Wesen wurden reif und erwachsen geschaffen

Gott schuf alle Dinge und Wesen reif mit der äußeren Erscheinung von Alter. Die lebenden Wesen wurden so erschaffen, dass sie sich unmittelbar fortpflanzen konnten, darunter das Pflanzenleben (1Mo 1,12), die Tiere (1Mo 1,20–25) und die Menschen (1Mo 1,26–30). Adam und Eva wurden so geschaffen, dass sie fähig und bereit waren, die Herrschaft über die Welt zu erhalten. Das ganze Universum wurde in der Tat so geschaffen, dass alle Systeme bereits ausgereift und vollentwickelt operierten. So wurden zum Beispiel die Sterne bereits mitsamt ihrem auf die Erde treffenden Licht geschaffen (1Mo 1,14–19).

Das Universum wurde als »sehr gut« erschaffen

Gott schuf vollständig und vollkommen; das Universum war gemäß seiner Norm der Vollkommenheit für die Schöpfung »sehr gut« (1Mo 1,31). Zu diesem Zeitpunkt gab es kein Verderben und keinen Tod. Die Evolution der Welt wird durch diese Aussage ausgeschlossen, da die Evolution Verfall und Tod verlangt.

Die Schöpfung hat das Ziel, Gott zu verherrlichen

Gott schuf, um seine Herrlichkeit zu offenbaren (Jes 43,7; 60,21; 61,3; Hes 36,21–22; 39,7; Lk 2,14; Röm 9,17; 11,36; 1Kor 15,28; Eph 1,5–6.9.12.14; 3,9–10; Kol 1,16). Gott hätte kein anderes Ziel als sich selbst setzen können, da er allem überlegen ist, was außerhalb von ihm selbst ist. Nur wenn er seine eigene Verherrlichung als sein primäres Ziel hat, wird Gottes Unabhängigkeit und Souveränität gewahrt. Außerdem würde kein anderes Endziel alle Dinge umfassen, und jegliches geringere Ziel wäre zum Scheitern verurteilt, da die Geschöpfe endlich sind.

Fiat-Kreationismus

Diejenige Erklärung der Schöpfung, die der biblischen Lehre von der göttlichen Schöpfung am besten entspricht, ist der Fiat-Kreationismus, der die Auffassung vertritt, dass Gott das Universum durch sein fiat (o. Dekret, Lat. fiat = »es sei/werde/geschehe«) geschaffen hat. Diese Auffassung besagt und argumentiert, dass Gott alles in sechs buchstäblichen Vierundzwanzig-Stunden-Tagen geschaffen hat und dass er den Menschen als besonders und unterschieden von allen anderen Geschöpfen im Bild Gottes geschaffen hat. Dass Gott direkt durch sein Wort geschaffen hat, wird in der Schrift ausdrücklich gesagt (1Mo 1,1–31; 2,7; 2Mo 20,11; 31,17; Ps 33,6; 148,1–6; Joh 1,3; Kol 1,16; Heb 1,2; 11,3; Offb 4,11).

Zu den wesentlichen Elementen des Fiat-Kreationismus gehören folgende Grundsätze:

  1. Die Schöpfung geschah in sechs buchstäblichen Tagen vollständig und unmittelbar durch das fiat (Dekret) des persönlichen, allwissenden und allmächtigen Entwerfers und Gestalters.
    1. Die primäre Verwendung des hebräischen Worts jôm (»Tag«) ist für einen buchstäblichen Vierundzwanzig-Stunden-Tag und wird auf diese Weise über 1 900 Mal (bei einem insgesamt 2200-maligen Vorkommen im Alten Testament) verwendet.
    2. Das hebräische Wort jôm bezieht sich auf einen buchstäblichen Vierundzwanzig-Stunden-Tag, wenn es durch eine Kardinal- oder Ordinalzahl qualifiziert ist, wie in 1. Mose 1. Dort sind die Ordinalzahlen auch vom Artikel begleitet, was bedeutet, dass es definitiv um buchstäbliche Tage geht.
    3. »Abend« und »Morgen« umschreiben normalerweise einen Vierundzwanzig-Stunden-Tag.
    4. Die Ordnung der sechs Schöpfungstage, gefolgt von einem Ruhetag, ist die Grundlage für das Sabbatgebot (2Mo 20,8–11; 31,15–17).
  2. Die Schöpfung war intelligent und zielgerichtet. Alles war absichtsvoll geplant und wurde von Gott geschaffen, um seine spezifischen Ziele zu erreichen.
  3. 1. Mose 1,1 fasst Gottes Schöpfungshandlungen zusammen, während der Rest des Kapitels die Einzelheiten berichtet. 1. Mose 1,1 bekräftigt den gesamten Schöpfungsprozess; 1,2 beschreibt die erste Phase der Schöpfung als »wüst und leer«; und 1,3–31 entfaltet, wie Gott in den folgenden Phasen die ursprüngliche Schöpfung gestaltete.
  4. Die lebenden Organismen wurden ganz und in wohldefinierten »Arten« geschaffen, die eine anerschaffene Anpassungsfähigkeit an Veränderungen der Umwelt haben, und zwar eine innere Anpassungsfähigkeit, die die Begrenzungen ihrer jeweiligen »Art« nicht überschreitet.
  5. Mann und Frau wurden von Gott als der Höhepunkt der Schöpfung erschaffen. Sie wurden ganz und getrennt vom Rest der Schöpfung im Bild Gottes erschaffen, um Herrschaft über die Welt auszuüben (1Mo 1,26–30; 2,7.18–25; Ps 8,4–9; Mt 19,4–5; Lk 3,38; Röm 5,12–14; 1Kor 15,45–49; 2Kor 11,3; 1Tim 2,12–14; Jud 14). Der menschliche Leib wurde aus dem Staub des Erdbodens erschaffen, aber die Seele / der Geist wurde direkt durch einen unmittelbaren Akt Gottes erschaffen. Der Mensch hat materielle und immaterielle Aspekte.
  6. Der Schöpfung folgten Prozesse der Bewahrung und Erhaltung.
  7. Die Erde ist relativ jung – vielleicht weniger als zehntausend Jahre alt.
  8. Es gibt, insgesamt gesehen, in der Schöpfungsordnung mit fortschreitender Zeit eine Abnahme an Komplexität.
  9. Die geologische Geschichte ist durch einen globalen Katastrophismus nach der Schöpfung gekennzeichnet. Die Bibel weist auf eine weltweite Flut hin, die atmosphärische, topographische und geologische Umwälzungen schuf (1Mo 6–8). Dazu gehörte Wasser im Himmel, das sich in Sturzfluten auf die Erde ergoss, Wasser auf und unter der Erde, das aufstieg und die ganze Erde bis zur Höhe der höchsten Berge bedeckte, und ein Auseinanderbrechen der Landmasse.

 

Dieser Artikel ist ein Auszug aus „Biblische Lehre – Eine systematische Zusammenfassung biblischer Wahrheit“. (Kapitel III – 6: Die Schöpfung)
WhatsApp
Email
Facebook
Telegram
Twitter
Drucken

Unterstütze unsere Arbeit​

Deine Gebete und deine finanzielle Unterstützung helfen uns, mehr Menschen mit biblischen Ressourcen zu erreichen:

Neue Artikel in deinem Posteingang?

Mehr Artikel:

Der ewige Sohn Gottes
John MacArthur

Der ewige Sohn Gottes

Lesezeit: 6 Minuten Die ewige Existenz der zweiten Person weckt eine Frage hinsichtlich der Beziehung, die er innerhalb der Gottheit hatte. Als die zweite Person der Trinität existierte er von Ewigkeit her. Aber existierte er vor der Zeit immer als Sohn?

Falsches vs. echtes Evangelium
John MacArthur

Falsches vs. echtes Evangelium

Lesezeit: 11 Minuten Das wahre Evangelium ist kein Aufruf zur Selbstverwirklichung, sondern zur Selbstverleugnung. Deshalb widerspricht es dem heutigen evangelikalen Evangelium, das Jesus als nützlichen Dienstleistungsanbieter darstellt. Einfach an der Wunderlampe reiben, dann kommt er sofort heraus und sagt, dass du alles bekommst, was du dir wünschst. Du gibst ihm deinen Wunschzettel und er liefert sofort. 

Bibelstudium mit Gewinn Bibelschule EBTC
EBTC

Bibelstudium mit Gewinn

Bibelstudium mit Gewinn Dieser Lehrgang richtet sich an jeden Gläubigen: Mann und Frau, Jung und Alt. Bibelstudium mit Gewinn vertieft das Verständnis der Bibel und rüstet Gläubige für den Dienst in der Gemeinde zu. Der Schüler kann das Gelernte anhand der Unterlagen eins-zu-eins in Kleingruppen

Falsches vs. echtes Evangelium
John MacArthur

Falsches vs. echtes Evangelium

Lesezeit: 11 Minuten Das wahre Evangelium ist kein Aufruf zur Selbstverwirklichung, sondern zur Selbstverleugnung. Deshalb widerspricht es dem heutigen evangelikalen Evangelium, das Jesus als nützlichen Dienstleistungsanbieter darstellt. Einfach an der Wunderlampe reiben, dann kommt er sofort heraus und sagt, dass du alles bekommst, was du dir wünschst. Du gibst ihm deinen Wunschzettel und er liefert sofort. 

Be my valentine ist laengst Vergangenheit
Paul David Tripp

„Be my valentine“ ist längst Vergangenheit

Lesezeit: 6 Minuten Die Wärme in ihrer Ehe ist verflogen. Die Freundschaft ist verschwunden. Jetzt gibt es eine Distanziertheit, Gefühlskälte, Ungeduld und Konflikte. Wenn die Anziehungskraft nachlässt, Schwächen und Fehler zum Vorschein kommen und der Traum stirbt, ist das für die wahre Liebe die beste Gelegenheit, zu keimen und zu wachsen.

Hirtenkonferenz 2023

Die Hirtenkonferenz 2023 wird vom 17.05. – 20.05.2023 in Soest stattfinden. Der Veranstaltungsort der Konferenz im Mai 2023 wird die Evangelische Baptistengemeinde in Soest sein. Ab Mittwoch den 17.05. von 14:00 – 21:00 startet die Veranstaltung wieder mit einer Präkonferenz für Männer. Die reguläre Hirtenkonferenz

EBTC

Die Lehre des Christus · Band-4 – Benedikt Peters

Lesezeit: < 1 Minute In der Einleitung zu seinem Kommentar des Galaterbriefes schrieb Martin Luther: „In meinem Herzen herrscht allein dieser Artikel, nämlich der Glaube an Christus, aus welchem, durch welchen und zu welchem alle

berufsbegleitende Bibelschule

Was sind die Vorteile?

  • kombiniertes Fern- und Präsenzstudium
  • 10 Wochenenden: September bis Juni
  • Von Grundlagen bis zum Master
  • mehrere Standorte: Berlin, Rheinland oder Zürich