7 Tipps, um dem Ungehorsam unserer Kinder in Ruhe zu begegnen

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten
Ungehorsames Kind

Wenn der Vulkan ausbricht

Gehörst du zu der Sorte Eltern, die Dinge gesagt und getan haben, die sie nicht zum Nachahmen empfehlen würden? Das Kind war ungehorsam – schon wieder! – und plötzlich fängt es tief in uns zu brodeln an. Nicht gut.

Unterhalb der Vulkanoberfläche

Du hast also die Beherrschung verloren. Du gibst es zu, du gestehst deinen Fehler vor allen betroffenen Parteien ein. Du entschuldigst dich und bittest um Vergebung. Du beschließt, dich nie wieder so zu verhalten und so etwas nicht noch einmal zu tun.

Aber hier liegt das Problem:
Was wir in unserer eigenen Natur beschließen, ist zum Scheitern verurteilt.
Wir sind auf eine übernatürliche Befähigung zur Veränderung angewiesen. Die Überwindung von Zorn und Ärger erfordert etwas menschlich Unmögliches, etwas Übernatürliches.
Die gute Nachricht ist, dass Jesus kam, um es jeder Sorte Mensch zu ermöglichen, verwandelt zu werden – zornige Eltern eingeschlossen. Und zwar in Menschen, die ihre persönlichen Ansprüche Gott unterordnen, um anderen zu dienen, besonders den eigenen Kindern.

Wenn Eltern sich dazu verleiten lassen, ihr Kind anzuschreien, zu beschimpfen, zu beleidigen, mit ihm zu zanken, mit den Augen zu rollen, entnervt auszustoßen: “Mir reicht’s!” oder ihrem Zorn in einer Weise, die in keinem Verhältnis steht zu dem Fehlverhalten, unkontrolliert Luft zu machen, dann steht schnell jeder im Haus unter permanenter Anspannung.

Ich habe einige Jahre meiner Kindheit auf einer Farm gelebt. Wir mussten immer besonders vorsichtig sein, wenn wir hinter den Kühen entlanggegangen sind, da sie jederzeit mit ihren Hufen nach hinten austreten konnten oder einen mit ihrem Schwanz schlagen konnten. Ein Kind von Eltern, die ihren Zorn nicht im Griff haben, kann sich ganz ähnlich fühlen: niemals entspannt, immer auf der Hut. Wenn wir nicht leben, was wir predigen, nämlich respektvoll und umsichtig mit anderen umzugehen, wird sich unsere Heuchelei negativ auf Beziehungen, Respekt, Intimität und die Wärme in unserem Zuhause auswirken.

Falscher Zorn

Nicht aller Zorn ist grundsätzlich verkehrt. Wir sprechen hier von exzessiven und impulsiven Reaktionen, die Gott auf zweierlei Weisen verunehren:
1. schlechte Beweggründe des Herzens (selbstbezogene Ansprüche und Erwartungen)
2. die äußere Ausdrucksform der Reaktion (auf das Kind losgehen, die Zähne zusammenbeißen, mit den Augen rollen, die Stimme erheben, herabwürdigende Beleidigungen aussprechen)
Nur selten spiegelt unser Zorn Gottes Herz wider.

Ja, deine Kinder mögen deine Geduld auf die Probe stellen, aber es gibt keine Geduld, die ungeprüft bleibt. Jesus verlor nicht die Beherrschung, als er am Kreuz hing, missverstanden, misshandelt und gefoltert wurde. Er brach nicht in Wut aus, sondern er bewies dieselbe, vom Geist gewirkte Selbstbeherrschung, die auch uns zur Verfügung steht.

Zorn kommt nicht einfach aus dem Nichts. Ausgenommen von nervlichen und biologisch bedingten Problemen ist unser Ärger immer das Nebenprodukt eigener Erwartungen. Es passiert etwas, was wir nicht erwartet haben, oder aber etwas, was wir erwartet haben, geschieht nicht.
Erwartungen: Die Dinge laufen nicht entsprechend DEINEM Zeitplan ab oder entsprechen nicht DEINEM erwarteten Standard. Wonach verlangst du in diesem Moment? Aus welcher Überzeugung heraus rechtfertigst du deine Überreaktion?

Andere können dich nicht zornig machen. Sie können nur die Erwartungen ans Licht bringen, die bereits in dir drin sind. Wir erziehen unsere Kinder in solchen Momenten nicht auf der Grundlage ihres Verhaltens, sondern basierend auf unserer Interpretation ihres Verhaltens und diese Interpretation entspringt unseren Erwartungen.
Es geht deshalb eigentlich gar nicht so sehr darum, deinen Zorn in den Griff zu bekommen und nie wieder einen Wutausbruch zu haben. Es geht vielmehr darum, all deine Erwartungen Jesus unterzuordnen und ihn über all deine Ansprüche zu setzen.

Andere können dich nicht zornig machen. Sie können nur die Erwartungen ans Licht bringen, die bereits in dir drin sind.

Zorn offenbart, was im Herzen ist.

„Der gute Mensch bringt aus dem Schatz seines Herzens Gutes hervor, und der Böse bringt aus dem bösen das Böse hervor; denn aus der Fülle seines Herzens redet der Mund.” Lukas 6,45

Irgendwo in unserem Herzen lungern einige unbeugsame Götzen.

Wutausbrüche sind ein Zeichen des Stolzes auf das, was wir sind. Ärger setzt den Wert des anderen herab und impliziert: “Was glaubst du, wer DU bist, dass du anscheinend meinst, missachten zu können, was ich darüber glaube, wer ICH bin!?”
Im Erwachen unseres Zorns kann ein Erwachen des Bewusstseins dafür liegen, dass wir Jesus brauchen, der uns rettet.


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1. Plane voraus

Schon lange vor dem Vorfall, der dich zum Zorn reizt, kannst du daran arbeiten, die Ruhe zu bewahren. Der Moment, um gegen deinen Zorn anzugehen, kommt nicht erst dann, wenn es schon zu spät ist. Stelle deine Erwartungen zurück und sterbe dir selbst, BEVOR der Moment des Zorns da ist. Es ist nicht grundsätzlich falsch, hohe Erwartungen zu haben, aber sie dürfen dir nicht zum Götzen werden, denn sonst haben die Erwartungen DICH im Griff und nicht andersherum. Lass deinen persönlichen Standard nicht zu unangemessenen und übertriebenen Forderungen werden.
Ein Beispiel: Die Milch nicht über den gesamten Tisch zu verschütten, ist ein vernünftiger Standard und es ist vernünftig, den Kindern beizubringen, diesen zu erfüllen. Erwarte allerdings nicht von vornherein Perfektion. Deine Kinder werden in Bezug auf diese Tischregel häufig versagen. Damit solltest du rechnen und nicht emotional überreagieren, wenn es dann doch passiert.

2. Bekenne

Bekenne dein Versagen und bitte um Vergebung bei deinem Kind oder deinem Ehepartner.
Vertraue dich jemandem an, wenn es regelmäßig passiert. Wir sind verantwortlich für unsere Ausbrüche. Erfinde keine Ausreden und vertraue nicht darauf, dass du selbst einschätzen kannst, ob unkontrollierter Ärger ein regelmäßig auftretendes Problem bei dir ist oder nicht. Frage die Menschen in deiner unmittelbaren Umgebung: deinen Ehepartner und deine Kinder. Aufrichtiges Bekennen kann eine Menge von dem wieder herstellen, was wir bei unserem vulkanartigen Wutausbruch zerstört haben.

3. Halte inne

Tritt einen Schritt zurück und atme tief durch. Sammle deine Gedanken. Ruf dir ins Gedächtnis, dass sie die Kinder sind und DU der bzw. die Erwachsene. Wirst du in fünf Jahren noch einen Gedanken an die verschüttete Milch verschwenden?

4. Geh zum Herrn

Bitte Gott um Hilfe. Demütigung unter seine Hand bringt Schönheit in unsere hässlichen Momente hinein. Bitte ihn um Veränderung. Sein Geist erzeugt die Frucht des Friedens, der Geduld, der Freundlichkeit, der Sanftmut und der Selbstbeherrschung.

5. Lacht gemeinsam

Das mag vielleicht nicht für jede Situation der angemessene Rat sein, aber im passenden Moment nimm es mit Humor und lache herzlich. Versetz dich in die Lage des anderen und nimm dich und die Situation nicht zu ernst.

6. Lebe aus Gottes Wort

„Ihr wisst doch, meine geliebten Brüder: Jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn! Denn eines Mannes Zorn wirkt nicht Gottes Gerechtigkeit.“
Jakobus 1,19-20

„Besser ein langmütiger als ein Held, und besser wer seinen Geist beherrscht, als wer eine Stadt erobert.“
Sprüche 16,32

„Seinen ganzen Unmut lässt der Tor herausfahren, aber der Weise hält ihn zurück.“ Sprüche 29,11

„Die Weisheit von oben aber ist erstens rein, sodann friedvoll, milde, folgsam, voller Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch, ungeheuchelt. Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird in Frieden denen gesät, die Frieden stiften.“ Jakobus 3,17-18

7. Sei dankbar

Es ist unmöglich, gleichzeitig dankbar und ärgerlich zu sein. Danke Gott für diese Gelegenheiten, in der Heiligung zu wachsen.

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