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Was Unterordnung ist und was nicht

Selbst unter Christen existiert eine ziemliche Verwirrung bezüglich des biblischen Konzepts der Unterordnung. In diesem Artikel wollen wir die gängigsten Missverständnisse in Bezug auf dieses Konzept ausräumen, indem wir sie dem gegenüberstellen, was die Bibel wirklich lehrt.
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Was Unterordnung ist und was nicht
Lesezeit: 9 Minuten

Selbst unter Christen existiert eine ziemliche Verwirrung bezüglich des biblischen Konzepts der Unterordnung. In diesem Artikel wollen wir die gängigsten Missverständnisse in Bezug auf dieses Konzept ausräumen, indem wir sie dem gegenüberstellen, was die Bibel wirklich lehrt. Die Unterordnung der Frau gegenüber ihrem Ehemann ist nur ein recht kleines Teilchen im großen Mosaik der biblischen Lehre von vertikaler (in Bezug auf Gott) und horizontaler (zwischenmenschlicher) Unterordnung. Aus diesem Grund werden wir jeweils von den allgemeinen Prinzipien ausgehen und diese auf unser Kernthema, die Unterordnung der Frau in der Ehe, anwenden.

Unterordnung hat nichts mit Wertigkeit zu tun, sondern mit Rollenverteilung

Diejenige Person, die sich gemäß der Ordnung Gottes einer anderen Person unterzuordnen hat, ist dadurch nicht weniger wert, als die Person, der sie sich unterordnen soll. Die beste Veranschaulichung dieser Wahrheit ist die Dreieinigkeit Gottes. Die Bibel lehrt eindeutig, dass sich der eine Gott (5Mo 6,4) in unterschiedlichen Personen geoffenbart hat. Somit sind alle drei – der Vater (2Tim 1,2), der Sohn (Joh 1,1.14) und der Heilige Geist (Apg 5,3–4) – gleichwertig Gott. Dennoch sehen wir in der Schrift auch eindeutig, wie die einzelnen Personen der Dreieinigkeit bei der Ausführung des Planes Gottes unterschiedliche Rollen übernehmen. Diese Rollen erfordern, dass sich eine Person der Dreieinigkeit zumindest zeitweise einer anderen Person der Dreieinigkeit unterordnet.

Jesus Christus, die zweite Person der Dreieinigkeit, ordnete sich auf dieser Erde zeitlebens dem Vater unter. Er ließ sich vom Vater senden und ordnete sich dem Willen des Vaters unter: »[…] ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen des Vaters, der mich gesandt hat« (Joh 5,30b) und »Mein Vater! Ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst« (Mt 26,39b) sowie »[…] und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.« (Phil 2,8; Hervorhebungen durchweg hinzugefügt).

Zudem ordnete sich Jesus dem Heiligen Geist unter, indem er sich von ihm beherrschen und leiten ließ: »Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurück und wurde vom Geist in die Wüste geführt« (Lk 4,1; Hervorhebung hinzugefügt) (»Voll Heiligen Geistes« sein bedeutet, dass man sich vom Geist beherrschen lässt bzw. sich unter dessen Kontrolle befindet (vgl. Eph 5,18).)

Doch Jesus kündigte an, dass sich der Heilige Geist nach seiner Himmelfahrt wiederum ihm (Christus) unterordnen würde, indem er sich von ihm senden lassen würde: »Wenn aber der Beistand kommen wird, den ich euch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, so wird der von mir Zeugnis geben.« (Joh 15,26; Hervorhebung hinzugefügt)

(Der Sachverhalt in Lukas 7,8–9 zeigt eindeutig auf, dass derjenige, der jemand anderes sendet, grundsätzlich Autorität besitzt über den, den er sendet (s. auch Joh 13,16). Eine umfassende Studie des biblischen Gebrauchs der hebräischen und griechischen Begriffe, die mit »senden« übersetzt werden, bestätigt dies. Einzige Ausnahme: Immer, wenn jemand »weggesandt«, »fortgeschickt« oder »auf den Weg gesandt« wird im Sinne einer Verabschiedung, ist das Konzept der Autorität nicht automatisch vorhanden. Dies ist einer der Gründe, warum wir nicht glauben, dass die Unterordnung innerhalb der Dreieinigkeit statisch bzw. ewig ist. Bei der Ausführung des Planes Gottes können sich die Rollen ändern, wie hier im Fall von Christus und dem Heiligen Geist zu sehen ist.)

Aber Jesus sagt auch, dass der Heilige Geist gleichzeitig vom Vater gesandt werden wird. Somit ordnet sich der Heilige Geist auch dem Vater unter: »Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen […]« (Joh 14,26a; Hervorhebung hinzugefügt; s. auch Hes 36,27).

Der Umstand, dass sich also eine gleichwertige göttliche Person einer anderen gleichwertigen göttlichen Person innerhalb der Dreieinigkeit unterordnet, beweist, dass Unterordnung nichts mit Wertigkeit zu tun hat, sondern mit Rollenverteilung. Wenn Gott also von dir erwartet, dass du dich deinem Mann unterordnest (Kol 3,18), bedeutet dies keinesfalls, dass du deshalb deinem Mann gegenüber minderwertig bist! Du sollst lediglich eine andere Rolle als er wahrnehmen, damit Gottes Ordnung so reibungslos funktioniert, wie er es sich vorgestellt hat.

Die Notwendigkeit horizontaler Unterordnung gilt nicht nur für einige, sondern ausnahmslos für alle Menschen

Ehefrauen sind nicht die einzigen Menschen, die sich einer anderen Kategorie von Menschen (ihren Ehemännern) unterordnen sollen. Gott hat seine Welt so geordnet, dass jeder Mensch sich nicht nur vertikal (in Bezug auf Gott) unterordnen (s. Kapitel 1 der Taschenhilfe #23), sondern auch in verschiedener Hinsicht horizontal (zwischenmenschlich) unterordnen soll. Als Gott in Jesus Christus in seine so geordnete Welt eintauchte und Mensch wurde, hielt er sich selbst an dieses Gefüge.

Jesus ordnete sich seinen irdischen Eltern unter: »Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und ordnete sich ihnen unter« (Lk 2,51a). Jesus ordnete sich seinem älteren Cousin und Wegbereiter, dem Propheten Johannes dem Täufer unter, indem er sich von ihm taufen ließ. Da Johannes wusste, wen er in Wirklichkeit vor sich hatte, verwunderte er sich über diese demütige Geste: »Da kommt Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes aber wehrte ihm und sprach: Ich habe es nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt so geschehen; denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen! Da gab er ihm nach« (Mt 3,13–15; Hervorhebung hinzugefügt). Jesu Absicht, »alle Gerechtigkeit zu erfüllen«, beschränkte sich zwar nicht auf die Notwendigkeit, sich in diesem Zusammenhang unterzuordnen, aber sie beinhaltete diese zweifelsohne.

In Römer 13 lehrt der Apostel Paulus, dass jede menschliche Autorität bzw. Obrigkeit souverän von Gott eingesetzt ist und man sich deshalb unterzuordnen hat: »Jedermann ordne sich den Obrigkeiten unter, die über ihn gesetzt sind; denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre; die bestehenden Obrigkeiten aber sind von Gott eingesetzt« (Röm 13,1; s. auch Tit 3,1 und 1Pet 2,13–14).

Keiner, der in diese Welt hineingeboren wurde, kann sich dieser Verpflichtung entziehen, sich irgendjemand anderem unterzuordnen. Wie wir bereits erwähnt haben, hat sich der Herr selbst dieser Verpflichtung nicht entzogen. Es ist nicht von ungefähr, dass Gott uns zumutet, uns anderen unterzuordnen. Indem wir lernen, wie man sich anderen unterordnet, werden wir einmal selbst Verantwortung für andere übernehmen können. Das Buch Prediger, hinter dem sich höchstwahrscheinlich König Salomo als Autor verbirgt, betont die Souveränität eines Königs – als Inbegriff menschlicher Autorität, – indem dort die rhetorische Frage gestellt wird: »Denn das Wort des Königs ist mächtig, und wer darf zu ihm sagen: Was machst du?« (Pred 8,4).

Doch Salomo wusste selbst am besten, dass er nicht als König geboren wurde und sich im Laufe seiner Karriere vielen anderen Autoritäten unterordnen musste, ehe er auf den Thron gelangte (s. z. B. 1Chr 22,5–6). Die Unterordnung unter seine Eltern war ihm nicht fremd (Spr 10,1) und er sprach somit auch aus eigener Erfahrung, als er schrieb: »Rühme dich nicht vor dem König und tritt nicht an den Platz der Großen; denn es ist besser, man sagt zu dir: ›Komm hier herauf!‹ als dass man dich vor einem Fürsten erniedrigt, den deine Augen gesehen haben« (Spr 25,6–7). Nur jemand, der Unterordnung zur Genüge praktiziert hat, ist zu einer solchen Einsicht imstande.

Ja, Gott will, dass du dich deinem Mann unterordnest! Aber nicht nur deinem Mann. Er wollte auch, dass du dich als Kind deinen Eltern und Lehrern unterordnest, dass du dich deinem Arbeitgeber, den Behörden und jeglichen Obrigkeiten unterordnest, die er auf souveräne Weise in dein Leben hineingebracht und über dich gesetzt hat. Den Großteil dieser Autoritäten und Obrigkeiten konntest du dir nicht aussuchen. Bei deinem Mann verhält es sich wahrscheinlich etwas anders. Den hast du dir selbst ausgesucht und irgendwann hast du »ja« gesagt. Aber selbst darüber hatte Gott die souveräne Kontrolle. Vertraust du der Souveränität Gottes? Bist du bereit, dich Gott unterzuordnen, indem du dich den Autoritäten unterordnest, die er über dich eingesetzt hat? Dein Mann ist eine dieser Autoritäten.

Die voll entwickelte Fähigkeit zur Unterordnung ist keinem in die Wiege gelegt, sondern ein Lernprozess

Wenn du ehrlich bist, wirst du zugeben, dass es dir – je nach den Umständen, in denen du dich gerade befindest – nicht immer leichtfällt, die letzte Frage im vorherigen Abschnitt mit einem begeisterten »Ja« zu beantworten. Vielleicht fällt es dir sogar grundsätzlich schwer, dich unterzuordnen. Wir haben eine gute Nachricht für dich: Unterordnung ist zwar keinem in die Wiege gelegt, doch man kann sie lernen. Jeder Mensch hat von Geburt an die sündige Tendenz, sich nicht unterordnen zu wollen. Wir alle tragen die Rebellion im Herzen (Spr 22,15a). Umso verblüffender ist es, dass selbst der einzige Mensch, auf den dies nicht zutrifft, – der sündlose Herr Jesus nämlich – erst lernen musste, was es bedeutet, sich unterzuordnen, um seinen Auftrag, für den er auf diese Erde gekommen war, zu erfüllen. Der Autor des Hebräerbriefes sagt, »Und obwohl er Sohn war, hat er doch an dem, was er litt, den Gehorsam gelernt« (Heb 5,8; Hervorbebung hinzugefügt).

Phil Moser bringt diesen Aspekt sehr gut auf den Punkt, wenn er schreibt,

Da er völlig Mensch war, konnte Jesus nachvollziehen, wie schwierig es ist, seinen menschlichen Willen unterzuordnen […] Dies erreichte dann seinen Höhepunkt in seiner Erfahrung im Garten Gethsemane (Mt 26,36–46). Wir neigen dazu, sein letztes Gebet der Unterordnung als isoliertes Ereignis zu betrachten, doch wenn man den gesamten Evangeliumsbericht vor Augen hat, ist sein letztes Gebet der Höhepunkt eines Prozesses, im Rahmen dessen er sich in kleinen Schritten in der Unterordnung geübt hatte […]

Dieser Lernprozess im Leben Jesu zeigt sich in der Progression der folgenden Unterordnungsphasen:

  • Jesus übte Unterordnung gegenüber seinen Eltern (Lk 2,51a)
  • Jesus übte Unterordnung gegenüber seinem Wegbereiter (Mk 1,9)
  • Jesus übte Unterordnung gegenüber dem Heiligen Geist (Lk 4,1)
  • Jesus lernte etwas über Unterordnung aus dem Vorbild des Hauptmanns (Lk 7,6–10;)
  • Jesus bekräftigte seine Unterordnung gegenüber dem Willen des Vaters (Joh 5,30b)
  • Jesus übte Unterordnung gegenüber dem Willen des Vaters (Mt 26,39b.42.b.44)
  • Jesus erkannte an, dass Pilatus gottgegebene Autorität über ihn hatte (Joh 19,10–11a)

 

Dieser Lernprozess in Sachen »Unterordnung« bereitete Jesus auf seinen schweren Gang zum Kreuz vor. Beim Erlernen der Unterordnung machte sich Jesus völlig vom Heiligen Geist abhängig. Sofern du dich Gott bereits grundsätzlich untergeordnet hast, wohnt auch derselbe Heilige Geist in dir (Eph 1,13; Röm 8,11). Dir steht dieselbe Ressource zur Verfügung, auf die auch Jesus zurückgriff, um sich willig unterzuordnen. Es ist sogar so, dass du dich deinem Mann erst dann richtig unterordnen kannst, wenn du im Geist lebst. Paulus ermahnt uns: »Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen« (Gal 5,16). Die Lust deines Fleisches, die im Zusammenhang ehelicher Unterordnung bezwungen werden muss, wird insbesondere in 1. Mose 3,16b in dem Kampf der Geschlechter beschrieben.

Unterordnung beruht nicht auf Gegenseitigkeit, sondern ist eine Einbahnstraße

Im Laufe meines Lebens habe ich unzählige Predigten, Bibellektionen oder Auslegungen über Epheser 5,22–33 gehört oder gelesen, die im Grunde alle auf Folgendes hinausliefen: Es wurde zunächst richtig herausgearbeitet, dass der Abschnitt lehrt, dass die Ehefrau sich ihrem Mann unterordnen, während der Mann seine Frau liebevoll leiten solle. Doch dann brachte man am Ende – quasi als Nachgedanken – den unsinnigen Hinweis an, dass der Mann sich trotzdem auch der Frau unterordnen solle, weil ja der dem Abschnitt vorausgehende Vers besage, »ordnet euch einander unter in der Furcht Gottes« (Eph 5,21; Hervorhebung hinzugefügt). So eine Schlussfolgerung kann leider nur als völliger Unsinn bezeichnet werden! Eine solche Auslegung kann mit folgender Situation verglichen werden: Stell dir vor, wie jemand eine wunderschöne Konstruktion aus hunderten von Dominosteinchen auf einem Tisch aufbaut. In dem Moment, wo er fertig ist, dreht er sich tollpatschig um und bringt mit dem Allerwertesten sein mühsam errichtetes Kunstwerk zum Einsturz.

Das trugschlüssige Konzept der »gegenseitigen Unterordnung« ergibt sich daraus, dass man den Vers 21 völlig missversteht. Paulus beabsichtigte diesen Vers vielmehr als Einleitung bzw. als Überschrift für Epheser 5,22–6,9. Er meint damit: Die eine Kategorie bzw. Gruppe von Menschen ordne sich der anderen Kategorie bzw. Gruppe von Menschen unter.

Ehefrauen sollen sich also ihren Männern (Eph 5,22–33), Kinder ihren Eltern (Eph 6,1–4) und Sklaven ihren Herren (Eph 6,5–9) unterordnen. In der griechischen Vorlage verhält es sich sogar so, dass das Wort hupotasso (unterordnen) lediglich in Epheser 5,21 auftaucht. In Vers 22 haben wir eine sogenannte Ellipse, d. h., das Verb wird ausgelassen. Doch es ist durchaus berechtigt, das Verb in deutschen Übersetzungen zu wiederholen, um den Sinn deutlich zu machen.

Da es sich im Deutschen anbietet, den recht langen griechischen Satz in mehreren kürzeren Sätzen wiederzugeben, muss das Verb wiederholt werden. In Bezug auf Kinder und Sklaven wird das Verb »unterordnen« von Paulus aus rein stilistischen Gründen mit dem Synonym »gehorchen« wiedergegeben (Eph 6,1.5).

Du magst vielleicht einwenden wollen: »Aber besitzt das Wort ›einander‹ denn in der Bibel nicht normalerweise die Nuance von Gegenseitigkeit?« Ja, durchaus und zwar in solchen Zusammenhängen wie z. B. »liebt einander« (Joh 13,34–35; Röm 12,10; 13,8; 1Thes 4,9). Es ist allerdings eine wichtige Regel der Semantik, dass Worte keine innewohnende Bedeutung haben, sondern dass sich diese stets aus dem Zusammenhang und der Wechselwirkung mit anderen Worten ergibt.

Das betreffende griechische Wort allelous kann deshalb in bestimmten Zusammenhängen auch »einer den anderen« anstatt »sich gegenseitig« bedeuten. Ein nachvollziehbares Beispiel findet sich in Apostelgeschichte 7,26–27. Dort gibt Stephanus seinen Zuhörern einen geschichtlichen Abriss hinsichtlich des geistlichen Erbes Israels. In Bezug auf Mose und zwei seiner Landsleute, die miteinander stritten, sagt Mose laut Stephanus, »Ihr Männer, ihr seid doch Brüder; warum tut ihr einander Unrecht?« (Apg 7,26b; Hervorhebung hinzugefügt). Aus diesem Textausschnitt könnte man zunächst folgern, dass Mose davon ausging, dass sie sich gegenseitig Unrecht taten. Allerdings liefert der nächste Satz ein ganz anderes Bild: »Der aber, welcher seinem Nächsten Unrecht tat, stieß ihn weg und sprach […]« (Apg 7,27a; Betonung hinzugefügt). Offensichtlich ist auch die Bedeutung von Apostelgeschichte 4,26b, »warum tut ihr einer dem anderen Unrecht?« Mose wurde Augenzeuge, wie einer dem anderen Unrecht tat, aber das Unrecht geschah nicht unbedingt umgekehrt bzw. gegenseitig. Der alttestamentliche Bericht in 2. Mose 2,13 bestätigt diese Perspektive.

Das deutsche Verb »unterordnen« ist eine recht wörtliche Übersetzung des griechischen Begriffs hupotasso, der besagt, dass etwas oder jemand unter etwas oder jemand anderes gestellt oder angeordnet wird. Es taucht in der griechischen Literatur oft in militärischen Zusammenhängen auf, wo Befehle ausgeführt werden. Die Effektivität einer Armee hängt u. a. von ihrer straffen Hierarchie ab. Die militärischen Dienstränge sorgen dafür, dass stets klar ist, wer sich wem unterordnen muss und wer das letzte Wort hat. Eine gegenseitige Unterordnung ist völlig unsinnig, weil sie eine Armee lähmen und somit ein großes Chaos bescheren würde.

Nimm dich also vor dem weitverbreiteten Trugschluss in Acht, dass biblische Unterordnung angeblich auf Gegenseitigkeit beruht. Wenn du von diesem verwirrenden Konzept ausgehst, könnte deine Ehe unwillkürlich im Chaos landen. Unterordnung geht innerhalb einer bestimmten Rollenbeziehung stets nur in eine Richtung. Es handelt sich somit um eine »Einbahnstraße«.

Weitere Punkte zum Thema »Was Unterordnung ist und was nicht« sowie biblische Argumente für die
Unterordnung der Frau innerhalb der Ehe findest du in dem Buch »Unterordnung – Die Entscheidung der Ehefrau, Gott zu vertrauen« (Taschenhilfe #23).

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