Gottes Veränderungs­prozess

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Gottes Veränderungs­prozess

Auch wenn Gott allein alle Ehre für unser Wachstum zusteht, hat er beschlossen, mit der Schrift und unseren eigenen Bemühungen zusammenzuwirken. Lies, was Gottes Wort darüber zu sagen hat, wie unser Veränderungsprozess abläuft:

Daher, meine Geliebten, […] bewirkt euer eigenes Heil mit Furcht und Zittern; denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken, zu seinem Wohlgefallen. (Phil 2,12a.13)

Wodurch wird ein Jüngling seinen Pfad in Reinheit wandeln? Indem er sich bewahrt nach deinem Wort. Mit meinem ganzen Herzen habe ich dich gesucht: Lass mich nicht abirren von deinen Geboten! In meinem Herzen habe ich dein Wort verwahrt, damit ich nicht gegen dich sündige. (Ps 119,9–11)

Die meisten aufrichtigen Christen sind betrübt über ihre sündigen Entscheidungen. Viele Gläubige sind auch verwundert darüber, dass das Gebet allein keine Veränderung zu bewirken scheint. Tatsache ist, dass wir mehr tun müssen, als einfach nur zu beten. Echte Buße führt zu Wachstum und beinhaltet zwei Dinge: die Erneuerung des Sinnes und aktives Ablegen und Anziehen. Diese doppelte Verantwortlichkeit in Bezug auf den Umgang mit unserer Sünde wird von bekennenden Christen oft ignoriert.

1. Erneuerung des Sinnes

Laut Gott ist Buße eine Richtungsänderung. Das griechische Wort metanoia, das in Lukas 17,3 verwendet wird, bedeutet »eine Sinnesänderung, die zu einer Richtungsänderung führt.« Veränderung muss im Denken beginnen. Aus diesem Grund misst Gott in der Schrift dem Verstand einen hohen Stellenwert bei. Selbst wenn Gott das Herz anspricht, spricht er eigentlich den Verstand an. Herz und Verstand werden in der Schrift synonym verwendet.

Einige aber von den Schriftgelehrten saßen dort und überlegten in ihren Herzen. (Mk 2,6; Hervorhebung hinzugefügt)

Gott weiß, dass wir das neue Leben, das er uns geschenkt hat, erst dann leben können, wenn wir unseren Sinn erneuern lassen (Eph 4,23). Viele Christen haben bei ihrer Bekehrung sofortige Veränderung erlebt und nun glauben sie, dass Gott sie weiterhin irgendwie auf mystische Weise in das Bild Christi verwandeln wird. Aber das entspricht nicht seinem Plan. Stattdessen erwartet Gott von uns, dass wir uns »durch die Erneuerung unseres Sinnes« verwandeln lassen (Röm 12,2). Dies kann nur geschehen, wenn Gottes Wort in uns wohnt. Wir müssen Gottes Wort beständig vor Augen haben und unseren Sinn bewusst davon prägen lassen (durch Nachsinnen und Auswendiglernen).

Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen, indem ihr in aller Weisheit euch gegenseitig lehrt und ermahnt mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern, Gott singend in euren Herzen in Gnade. (Kol 3,16)

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Neubekehrte (und selbst Gläubige, die den Herrn schon etwas länger kennen) sich nicht bewusst sind, dass etwas mit ihrem Denken nicht stimmt. Christen sind, genau wie die Gesellschaft, sehr undiszipliniert in ihrem Denken geworden und lassen ihren Gedanken freien Lauf. Wir müssen uns stärker bewusst machen, dass unser Verstand gefallen ist und dass unser Denken häufig unbiblisch ist. Es ist zu schade, dass wir bei der Bekehrung nicht einfach unseren Verstand gegen einen neuen eintauschen können! Die Realität ist: Wie wir denken, bestimmt in hohem Maße, wie wir leben. Das Denken beeinflusst Wünsche, Gefühle und Handlungen.

Behüte dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist; denn von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens. (Spr 4,23)

Gott sagt, dass wir erst dann biblisch handeln werden, wenn wir anfangen, biblisch zu denken. Deshalb besteht die allererste Bußhandlung (Veränderung) darin, dass wir das Denken, das sich hinter unseren Handlungen verbirgt, prüfen und dass wir unseren Sinn durch Gottes Wahrheit erneuern lassen.

[…] und jede Höhe, die sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und jeden Gedanken gefangen nehmen unter den Gehorsam des Christus. (2Kor 10,5)

Wir müssen sündige (falsch motivierte, selbstsüchtige, sorgenvolle, von Gott losgelöste) Gedanken mit gerechten, dankbaren, hoffnungsvollen und vertrauensvollen Alternativen ersetzen. Im Umgang mit sündigen Gedankenmustern, die wir uns über einen langen Zeitraum hinweg angewöhnt haben, ist es sehr hilfreich, sich konkrete neue Gedanken zu überlegen, damit wir kampfbereit sind, wenn sich unsere alten Denkweisen wieder zu Wort melden. Oftmals müssen wir entgegen unseren Gefühlen an dieser Veränderung arbeiten.
Jedes Mal, wenn wir uns dafür entscheiden, einen Gedanken durch einen anderen, biblischeren Gedanken zu ersetzen, sind wir dabei, unseren Sinn zu erneuern. Mit der Zeit wirst du merken, dass dir bestimmte biblische Gedanken schneller kommen und dass dir bestimmte biblische Entscheidungen leichter fallen als zuvor.

Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Schlachtopfer, was euer vernünftiger Dienst ist. Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Sinnes, dass ihr prüfen mögt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist. (Röm 12,1–2; Hervorhebung hinzugefügt)

2. Ablegen und Anziehen

Zu echter Buße gehört außerdem, dass man feststellt, was abgelegt und was angezogen werden muss und dass man ganz konkret plant, wie und wann man das tut. Oftmals wird uns erst dann bewusst, dass unsere Denkweise falsch ist, wenn sie sich bereits auf unser Verhalten auswirkt. Selbst wenn wir an unserem Denken gearbeitet haben, findet wahre Buße (Veränderung) erst dann statt, wenn wir dem Befehl gehorchen, sündige Handlungen abzulegen und stattdessen gerechte Handlungen anzuziehen.

[…] dass ihr, was den früheren Wandel betrifft, den alten Menschen ablegen sollt, der wegen der betrügerischen Begierden verderbte, dagegen erneuert werdet im Geist eurer Gesinnung und den neuen Menschen anziehen sollt, der Gott entsprechend geschaffen ist in wahrhafter Gerechtigkeit und Heiligkeit. (Eph 4,22–24; SCH2000 Alternativübersetzung laut Fußnotentext; Hervorhebung hinzugefügt)

Um Gottes Befehlen zum Ablegen und Anziehen gehorchen zu können, braucht man zunächst ein klares Verständnis davon, was genau abzulegen ist. Aber auch das Wissen um das, was abzulegen ist, reicht noch nicht aus, um bleibende Veränderung herbeizuführen. Viele Christen strengen sich sehr an, das, was Gott missfällt, nicht mehr zu tun. Leider machen sie nur wenige Fortschritte, wenn das Hauptaugenmerk ihrer Bemühungen auf dem Ablegen liegt.

Es funktioniert einfach nicht, wenn man sich ausschließlich auf das Ablegen konzentriert. Uns wird nicht gesagt, dass wir mit alten Gewohnheiten brechen sollen, sondern vielmehr, dass wir sie ersetzen sollen (z. B. Eph 4,25.28–32). Gott möchte also, dass wir danach streben, die gerechte Alternativhandlung zu der Sünde, die wir versuchen abzulegen, anzuziehen.

Wenn wir beispielsweise wissen, dass wir Zorn ablegen und Sanftmut anziehen müssen, ist das bereits ein guter Anfang. Als nächstes müssen wir in Gedanken unsere Situationen im Alltag durchgehen und drei Dinge herausfinden: wann wir normalerweise zornig werden, welche Gedanken erneuert werden müssen und wie die Versuchung sich anbahnt.

[…] sondern zieht den Herrn Jesus Christus an, und treibt nicht Vorsorge für das Fleisch zur Befriedigung seiner Begierden. (Röm 13,14)

Wenn wir diese drei Dinge herausgefunden haben, wissen wir, was zu tun ist, wenn sich die Versuchung anbahnt und wenn wir in Situationen kommen, in denen wir normalerweise zornig werden. Je mehr wir betend üben, das Schlechte durch das Gute zu ersetzen, umso mehr werden wir neue Gewohnheiten entwickeln, die Gott ehren. Auch hier sehen wir eine weitere Möglichkeit, uns »zur Gottseligkeit [zu üben]« (1Tim 4,6–7).

Wenn wir ernsthaft Buße tun, können wir gewiss sein, dass Gott unsere Gebete um seine verändernde Kraft erhören wird (Joh 9,31; 14,13–17). Wir sollten niemals in der Erwartung beten, dass er uns dies alles abnehmen wird. Doch wenn wir bereit sind, ihm zu gehorchen, unseren Teil zu tun und gemäß dem Willen Gottes zu beten, wissen wir, dass er unser Gebet erhören und uns beim Wachsen helfen wird (z. B. 1Thes 4,3; 2Pet 3,17–18).

Und dies ist die Zuversicht, die wir zu ihm haben, dass, wenn wir etwas nach seinem Willen bitten, er uns hört. (1Joh 5,14; Hervorhebung hinzugefügt)

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