Liebe und Unterordnung – biblische Prioritäten für junge Frauen

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In dem Brief, den Paulus seinem Kollegen Titus und (dadurch auch) den christlichen Gemeinden auf der Insel Kreta schreibt, beauftragt er die älteren und weiseren Ehefrauen mit der Unterweisung der jüngeren. Diese sollen ihre Männer und Kinder lieben, besonnen, freundlich und rein sein; sie sollen den Haushalt führen und sich ihren Männern unterordnen.

Der Hauptverantwortungsbereiche der Ehefrau

Für gläubige Ehefrauen und Mütter ist der Abschnitt Titus 2,4–5 von großer Bedeutung. Er lehrt, dass die Hauptverantwortungsbereiche der Ehefrau ihr Ehemann, ihre Kinder und ihr Heim ist. Robert Lewis und William Hendricks schreiben in ihrem lesenswerten Buch Rocking the Roles: Building a Win-Win Marriage:

»Ich glaube, dass die Aufzählung der Verantwortungsbereiche der Frau in Titus 2,4–5 die prägnanteste Zusammenfassung der ganzen Schrift zu diesem Thema ist. Durch sie wird der Begriff Hilfe (o. Gehilfin; jener Titel, den Gott Eva in 1Mo 2,18 gibt) klar und deutlich definiert […] Die Hauptaufgabe umschreibt nicht alles, was eine Frau in der Ehe macht. Sie beschränkt sich nicht nur auf die Bereiche, die Paulus hier aufzählt. Aber sie sollte sich lieber nicht aus dieser Verantwortung herausreden oder sie wegen anderen Ambitionen vernachlässigen. So wie die Planeten um die Sonne kreisen, so sollte alles in ihrer Ehe um ihre entscheidenden Aufgaben und Verantwortungen kreisen. Eine Ehefrau sollte ihre Prioritäten entsprechend setzen und sich ihre Zeit und Energie gut einteilen. Das sollte verhindern, dass sie sich Gottes Berufung für ihr Leben und ihre Ehe entgehen lässt. Außerdem dürfte das ihrer Ehe Stabilität geben, da sie in der Lage ist, alle Gelegenheiten, die ihr über den Weg laufen, durch dieses Sieb zu filtern, abzumessen und abzuschätzen. Unglücklicherweise machen viele Frauen heutzutage den Fehler, ihre Hauptaufgaben als nur eine Möglichkeit von vielen zu sehen. Aber diese Aufgabe ist keine Wahlmöglichkeit. Sie ist ein biblisches Muss.«

In einer Kultur, die nur noch Selbsterfüllung kennt und von der Idee besessen ist, dass eine Ehe für die Karriere und Gesundheit der Frau nachteilig sei, muss die Stimme von Titus 2,3–5 klar ertönen und von christlichen Ehepaaren bestätigt werden:

3 [D]ie alten Frauen ebenso in ihrem Betragen, wie es dem heiligen Stand geziemt, nicht verleumderisch, nicht Sklavinnen von vielem Wein, Lehrerinnen des Guten;
4 damit sie die jungen Frauen unterweisen, ihre Männer zu lieben, ihre Kinder zu lieben,
5 besonnen, keusch, mit häuslichen Arbeiten beschäftigt, gütig, sich den eigenen Männern unterzuordnen, damit das Wort Gottes nicht verlästert werde.

Titus 2 beginnt mit einer eindeutigen Warnung: »Du [Titus] aber rede, was der gesunden Lehre geziemt« (Tit 2,1). Mit dem Ausdruck »gesunde Lehre« meint Paulus gute christliche Lehre. Was also hier über Ehefrauen und Mütter ausgesagt wird, entstammt nicht dem römisch-griechischen Gesetz, sondern entspricht gesunder christlicher Lehre. Diese Lehre weist ältere und reifere Ehefrauen an, den jungen Ehefrauen ein Vorbild christlichen Frauseins zu sein und es ihnen auch praktisch zu lehren. Paulus listet sieben besondere Tugenden auf, die eine im Glauben gereifte Ehefrau die jüngeren Frauen lehren sollte. Vier von ihnen werden wir nun genauer ansehen.

1. Liebe deinen Ehemann

Die Zentralaufgabe einer Ehefrau ist, ihrem Mann zu helfen (1Mo 2,18). Ohne Liebe zu ihm geht das sicher nicht. In unserer sündigen Welt ist es für eine Frau nicht einfach, mit einem Mann verheiratet zu sein. Den Ehemann zu lieben, ist nicht immer einfach, und viele Männer machen es auch nicht gerade einfacher. Wenn der Druck und die Konflikte in einer Ehe zunehmen, kann dies das Feuer der Liebe einer Frau für ihren Ehemann dämpfen. Deswegen muss sie in ihrer Liebe ermutigt werden, besonders in schwierigen Zeiten.

Die Ehe ist die beste Schule, um opferbereite, christliche Liebe zu lernen. Eine ältere Christin kann für jüngere Ehefrauen eine großartige Lehrerin und Ratgeberin in den Lektionen für eheliche Liebe sein. Seinen Ehepartner zu lieben, ist das erste und wichtigste Lernziel im Unterrichtsplan. Wenn eine Frau ihren Ehemann liebt, wird sich alles andere in der Ehe viel leichter einordnen.

2. Liebe deine Kinder

Ein weiterer Hauptverantwortungsbereich für eine gläubige Mutter ist die Fürsorge für ihre Kinder. Die Kinder sollten eine Priorität in ihrem Leben einnehmen. In den meisten hochtechnisierten Ländern wird heutzutage die Gesellschaft von einer geburten- und kinderfeindlichen Mentalität durchdrungen. Bibelgläubige Christen müssen deshalb den über alles gehenden Stellenwert von Müttern und Kindern bejahen. Dorothy Patterson, eine Autorin in Zweimal einmalig rückt das Thema ins richtige Licht:

»Eine Mutter baut etwas viel Größeres auf als eine Kathedrale … Keine berufliche Laufbahn vermag in solch einzigartiger Weise die geringsten Aufgaben mit den bedeutsamsten Möglichkeiten zu verknüpfen.«

Mütter brauchen Rat und müssen ermutigt werden, ihre Kinder zu lieben, ihnen ihre volle Aufmerksamkeit zu geben, sie über allen materiellen Besitz und Karrierewünsche wertzuschätzen und ihnen Gottes Heiliges Wort zur Errettung nahe zu bringen (2Tim 1,5; 3,15). Patterson beschreibt am besten, was die Stunde geschlagen hat: »Was wir in den kommenden Jahren am meisten brauchen werden, ist eine Wiederbelebung der Verantwortlichkeiten der Mutterrolle.« Ältere, erfahrene Mütter haben einen von Gott gegebenen Auftrag, die jüngeren Mütter zu ermutigen, ihre Kinder zu lieben.

3. Sei eine fleißige Haushälterin

Eine andere wesentliche Aufgabe einer Frau und Mutter ist das Führen und Besorgen des Haushalts (Griech. oikourgos (Adjektiv): »das Haus besorgend«, »haushälterisch«). Oder mit den Worten aus Sprüche 31,27: »Sie überwacht die Vorgänge in ihrem Haus und isst nicht das Brot der Faulheit.« Ältere, erfahrene Ehefrauen sollen die jüngeren Ehefrauen ermutigen, ihren Haushalt fleißig und gewissenhaft zu führen. Das eigene Heim kann der schönste Ort auf Erden sein, und Frauen haben das besondere Vorrecht, den Haushalt zu organisieren und zu gestalten. Täglich sehen sie nach dem Rechten und sorgen mit viel Kreativität dafür, dass alles schön und gemütlich ist. Eine solche Karriere einzuschlagen, ist für das Wohlergehen und die Bildung aller Menschen unverzichtbar.

4. Ordne dich deinem Ehemann unter

In Übereinstimmung mit ihrer Rolle als Hilfe des Mannes steht die bewusste Unterordnung der Ehefrau. Auch hier braucht eine junge Ehefrau Belehrung und Ermutigung. Ältere, erfahrene Ehefrauen sollen die jüngeren Ehefrauen ermutigen, sich ihren Ehemännern unterzuordnen (Griech. hypotassō). Auch in einer christlichen Familie, der ein gottesfürchtiger Ehemann vorsteht, kann Unterordnung gelegentlich ordentlich aufs Gemüt schlagen. Manchmal scheint die Umsetzung ungeheuer kompliziert zu sein. Deswegen brauchen jüngere Ehefrauen weisen Rat und die Hilfe ihrer älteren und erfahreneren Glaubensschwestern. Außerdem müssen die jungen Christinnen ermutigt werden, ihre Rolle als Ehefrau, Hilfe, Mutter und Hausfrau als etwas besonders Kostbares zu schätzen, sie sollen sie nicht einfach nur hinnehmen oder sie gar als eine von vielen seltsamen religiösen Theorien betrachten. Auch Unterordnung kann als etwas sehr Wertvolles empfunden werden, wenn man sie als Wille und Plan des Schöpfers für die Ehefrau versteht.

Paulus schließt, indem er die alten und jungen Frauen daran erinnert, dass sie von ihren ungläubigen Nachbarn und Verwandten konstant beobachtet werden. Deswegen ermahnt die Schrift, so zu leben, dass »das Wort Gottes nicht verlästert werde« (Tit 2,5b). Mary Kassian fasst dies gut zusammen:

»Frauen, die ihre Familien, ihr Heim oder ihre Ehe vernachlässigen, bringen Christus in Verruf.« – Kassian, Women, Creation and the Fall

 

Aus dem Buch »Gleichwertig, aber nicht gleichartig« von Alexander Strauch.

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