Intimität und Treue als Ehefrau biblisch ausleben

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Arbeite an der Entfaltung eurer Freundschaft

Wie sieht es mit der Freundschaft in eurer Ehe aus? Wächst deine Freundschaft zu deinem Mann? Wenn eure Kommunikation tief gehender wird, dann wird sich auch eure Freundschaft immer mehr entfalten. Dein Mann wird dein bester Freund werden, mit dem du zuerst über alles sprichst, weil du die Gemeinschaft mit ihm schätzt, egal, ob die Umstände gut oder schlecht sind. Das ist es, worum es in der Ehe geht. Doch wir müssen daran arbeiten, das zu erreichen.

Jesus nannte seine Jünger Freunde (Joh 15,15). Was für ein Privileg, ein Freund Jesu zu sein! Ein Freund ist ein Vertrauter, jemand, mit dem du ein Geheimnis teilen kannst. Du weißt, dass es bei ihm sicher ist. Du erkennst seine Bedürfnisse, kannst dich in ihn hineinversetzten und liebst die Gemeinschaft mit ihm. Deine Zuneigung gehört ihm.

Dein Mann sollte dein bester Freund sein

Mein Mann ist mein bester Freund. Seine Freundschaft geht mir über jede andere hier auf der Erde. Und das ist ein Segen! Ich bin sicher, auch du hast in deinem Mann einen wunderbaren Freund. Und es ist so wichtig, diese Freundschaft zu vertiefen. Damit das geschehen kann, müssen wir Zeit miteinander verbringen und gemeinsame Interessen finden.

Das Prinzip, das Jesus in der Bergpredigt erläutert, trifft hier zu: „Wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein“ (Mt 6,21). Wenn du Zeit und Mühe investierst in gemeinsame Momente mit deinem Mann, mit euren Kindern und ihren Interessen, in eure Arbeit und Freizeit, dann wird eure Freundschaft wachsen und sich entfalten.
Gemeinsame Interessen und Hobbys sind gut für unsere Freundschaft. Wir sollten es uns zum Anliegen machen, herauszufinden, wie wir begeisterter am Leben unserer Männer teilhaben können, an ihren Interessen und Leidenschaften. Ich begleite Bob zum Beispiel schon seit 24 Jahren zu seinen Softball-Spielen. Nicht, weil mich dieses Spiel sonderlich interessiert, sondern weil er wissen muss, dass ich Interesse an ihm habe.

Außerdem nehmen wir uns immer Zeit für etwas Besonderes einmal die Woche. Fast unsere ganze Ehe lang haben Bob und ich uns einen gemeinsamen Abend reserviert. Manchmal bleiben wir zu Hause, ein anderes Mal gehen wir aus. Auf diese Zeit freuen wir uns, weil wir uns entspannen und einfach die Gemeinschaft mit dem anderen genießen können. Besonders spannend ist es, wenn wir uns mit der Vorbereitung abwechseln und uns gegenseitig überraschen.

Am liebsten verbringen wir solche Zeiten mit langen Ge­sprächen bei unserem Lieblingsitaliener, bei einer Highschool- oder Universitätsaufführung, einem Konzert oder beim Sinfonie-Orchester vor Ort. An einen bestimmten Tag erinnere ich mich besonders gerne: Bob überraschte mich mit einem gemieteten Cabrio und einem Ausflug in eine uns noch unbekannte Gegend in den Bergen. Manchmal unternehmen wir etwas mit einem anderen Ehepaar. Das kann ein Theaterstück sein, das in unserem Ort aufgeführt wird, ein Abendessen oder ein Spieleabend mit etwas Süßem, nachdem wir die Kinder zu Bett gebracht haben. Auch ein guter Film tut es manchmal. Jetzt, wo unsere Kinder aus dem Haus sind, bleiben wir zum Teil einfach nur zu Hause, entspannen und lesen einander ein gutes Buch laut vor. Solche Zeiten können wir jedoch nur dann genießen, wenn wir die Kinder und Gemeindeangelegenheiten für einen Moment beiseitelassen, um uns auf unsere Freundschaft und Liebe zu konzentrieren.

Entfache das Feuer der romantischen Liebe

Sind Ehen, die im Dienst stehen, unbedingt immer erfüllend in ihrer körperlichen Einheit? Ich glaube, hier kämpfen wir alle immer wieder. Wenn dieser Bereich für euch besonders schwierig ist, dann vergesst nicht: Durch Gottes Gnade kann auch eure körperliche Einheit seinem Plan entsprechen.

Was sagt unser Herr über unsere körperliche Einheit mit unseren Männern, über unser Intimleben? Die Bibel gewährt uns einen guten Einblick in diesen Bereich der Ehe.

Als Gott Adams Einsamkeit beendete und ihm Eva gab, sagte Adam: „Das ist endlich Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch!“ (1Mo 2,23). Anders gesagt: „Wow! Da ist sie ja endlich!“ Adam war überglücklich.

Jetzt hatte er jemanden, mit dem er intime Gemeinschaft haben konnte. Und sie waren in zweierlei Hinsicht eins: Sie kam von ihm und würde in ihrer Ehe wieder eins mit ihm werden. Gott hatte sie gemacht, damit sie einander „anhängen“ sollten – sexuellen Verkehr miteinander genießen.

Er beschloss, dass Verlassen und Anhängen eine neue Beziehung bilden sollten, die wichtiger war, als alle anderen. Das ist manchmal schwierig, aber unbedingt notwendig.

Sexuelle Einheit ist erstaunlich einzigartig

Was für eine Freude ist es, wenn wir erkennen, dass Gott es ist, der die körperliche, sexuelle Einheit geschaffen hat, in der unsere beiden Körper zusammen kommen und physisch auf geheimnisvolle Weise eins werden! Kinder sind ein Segen, der aus dieser Einheit hervorgeht. Doch sie sind nicht der einzige Grund dafür. In seiner Gnade hat Gott den sexuellen Akt nicht nur für die Fortpflanzung gedacht. Und das wissen wir, weil wir darin unübertroffene Einheit und Genuss erleben. Nach Gottes Plan sollte der sexuelle Akt der intimste jeder menschlichen Beziehung sein.

Diese Einheit ist heilig und so ein wichtiger Aspekt in der Ehe. Paulus vergleicht den körperlichen Bereich der Ehe mit der reinen und opferbereiten Liebe Christi für seine Gemeinde (Eph 5,31–32). Das Ehebett ist heilig (Hebr 13,4). Hier gebt ihr euch gegenseitig das Beste als Mann und Frau. Und dieses Geben bewirkt Einheit und geistliches wie auch emotionales Wohlergehen, das aus Liebe und Akzeptanz heraus entspringt. Dies ist eine der guten und vollkommenen Gaben, die vom Vater zu uns kommt, damit wir Freude und Genuss erleben können (Jak 1,17).

In ihrem Buch Helper by Design beschreibt Elyse Fitzpatrick dieses Geschenk auf wunderbare Weise:

Die sexuelle Einheit ist erstaunlich einzigartig: unverhüllt ,wie ein entkleidetes Flüstern der Hingabe und Selbstoffenbarung Hand in Hand mit einer Annahme, die den anderen in ihre Arme schließt. Als ob wir unseren Männern sagen würden: „Du siehst mich so wie ich bin und erfreust dich daran; ich sehe dich so wie du bist und werde in inniger Umarmung eins mit dir. Ich gebe mich dir ganz hin.“ So wie es die Braut im Hohelied Salomos ausruft: „Mein Geliebter ist mein, und ich bin sein […] und sein Verlangen steht nach mir“ (Hl 2,16; 7,11).

Warum du nicht auf sexuelle Gemeinschaft verzichten solltest

Wenn du Ermutigung brauchst, um deinen Mann noch überschwänglicher zu lieben, dann lies das Hohelied Salomos. Es beschreibt die höchsten, reinsten und wunderbarsten Komponenten romantischer Liebe in der Ehe. Diese acht Kapitel schönster Poesie, die die Liebesbeziehung einer Ehe malerisch darstellen, können dir helfen, deine Bewunderung für deinen Geliebten noch mutiger zum Ausdruck zu bringen. Noch besser: Lies dieses Buch gemeinsam mit deinem Mann.
Du solltest dich deinem Mann von Herzen körperlich hingeben, um ihm Genuss und sexuelle Befriedigung zu bringen (1Kor 7,3–5). Das wird eure Ehe vor Untreue schützen. Wenn du deinem Mann deine Zuneigung und sexuelle Gemeinschaft vorenthältst, sündigst du gegen ihn. Wir können vorübergehend auf sexuellen Verkehr verzichten, doch nur dann, wenn wir uns darin einig sind und die Zeit nutzen zum Beten und Fasten. Uns einander zu enthalten macht uns verwundbar und bietet Satan eine Gelegenheit für Versuchungen.

Liebe Ehefrauen, nehmen wir uns die Zeit für diese intimsten Momente miteinander, und sagen wir unseren Männern, wie wichtig sie für uns sind? Wenn du oft zu müde bist, dann solltest du dir darüber Gedanken machen, welche anderen Aufgaben du streichen kannst, um die nötige Ruhe zu haben für diesen besonderen Teil des Tages: die genussvolle Einheit mit deinem Mann. Es ist auf jeden Fall auch angebracht hier um Gottes Kraft zu bitten. Er wird dir seine Kraft und Energie geben für diesen heiligen Aspekt der Ehe.

Machst du daraus etwas Besonderes? Ihr solltet eure Sexualität frei und befriedigend in eurer Ehe ausleben. Christus hat uns die Scham unserer Nacktheit genommen, denn sie war ein Resultat der Sünde. Wenn du dich deinem Mann ganz und gar hingibst, um seine sexuellen Bedürfnisse zu stillen, dann wirst du selbst tiefe Erfüllung und Befriedigung finden.

Leidenschaft für deinen Mann

Das Leben im Dienst ist emotional ermüdend, und manchmal kommen zu den allgemeinen emotionalen Herausforderungen noch spezifische Sorgen hinzu, die das Ertragen noch schwieriger machen. Es ist die Aufgabe deines Mannes, die zu trösten, die leiden. Deshalb braucht er deinen Trost und deine Aufmerksamkeit für die inneren Bedürfnisse, die er nicht immer zum Ausdruck bringen kann. Du musst ihm sagen, wie sehr du ihn einfach als Mensch liebst – als deinen Liebhaber und Freund.

Die Nähe, die wir durch Körperkontakt, zärtliches Streicheln und sexuellen Verkehr erleben, kann für Mann und Frau eine Gelegenheit sein, ganz in ihrer gegenseitigen Liebe aufzugehen und die Sorgen des Alltags für einen Moment zu vergessen. Durch diese Nähe spüren wir wahrhaft wunderbare Unterstützung, Zärtlichkeit und Trost. Du darfst dich von Herzen freuen, diese Quelle körperlicher Zuneigung und Freude für deinen Mann zu sein!

Als wir durch eine schwere Zeit in unserem Dienst gingen und die Last ihren Höhepunkt erreicht hatte, als wir beide verzweifelt waren und uns fragten, ob unsere junge Gemeinde überleben würde, organisierte ich einen Abend allein zu Hause für uns ohne die Kinder. Ich dachte mir dafür sogar ein besonderes Motto aus mit romantischer Musik, der entsprechenden Kleidung und einem besonderen Abendessen bei Kerzenschein. Genau das brauchte Bob. Und wir stellten auch fest, dass wir ganz fest verbunden diesen Sturm überstehen konnten. Gottes Gnade brachte uns hindurch mit viel Gebet, In-uns-gehen und Warten auf Gott. Und dabei liebten und unterstützen wir uns gegenseitig. Dieser Abend zeigte, dass ich meinen eigenen Schmerz beiseitelegen konnte, um ihn zu trösten. Geben ist immer seliger als Nehmen.

Als Frau kannst du die Initiative ergreifen: Lass ihn deine Nähe spüren, suche Augenkontakt, bringe die Gefühle in die richtige Stimmung. Auf diese Weise erlebt dein Mann die Romantik, die euch einander näher bringen wird in der wunderbaren Einheit, die Gott für die Ehe bestimmt hat. Wenn ihr zusammen kommt, dann lebt ihr die Einheit aus, die wir als Mann und Frau sind.
Du musst deinen Mann leidenschaftlich lieben. Bitte Gott, diese Leidenschaft für deinen Mann wieder neu zu entfachen, wenn sie nachgelassen hat. Überlege dir immer wieder neu, wie du ihm sagen kannst, dass du ihn liebst. Wir können es uns nicht leisten, diesem Bereich gleichgültig zu begegnen. Was wir aber unbedingt tun müssen ist, unsere Männer hingegeben und leidenschaftlich lieben.

Halte fest an der Treue

Sünde hindert Einheit in der Ehe

Wir dürfen uns von dieser Einheit mit unseren Männern nicht entfernen. Wir müssen ihnen treu bleiben, denn vergessen wir nicht: Wir sind vor Versuchungen sowie untreuen Gedanken und Taten nicht sicher. Unsere Pflicht ist es, rein zu sein, und unsere stärkste Waffe ist unsere Liebe zu Gott und zu unserem Mann. Jede Art von sexueller oder anderer Sünde hindert die Einheit in der Ehe.

Und das war schon am Anfang so: Adam und Evas Sünde wirkte sich auf ihre gegenseitige Beziehung aus und auch auf die mit ihrem Schöpfer-Freund. Versteckspiel und Beschuldigungen waren die Folge. Ihre gegenseitige Offenheit und Einheit war zerstört. Und wie wir schon festgestellt haben: Die Bedeckung, die Gott ihnen gab, erforderte das Blut eines Tieres. Doch wie wunderbar ist es, dass Gott für unsere Sünde immer einen Ausweg hat!

Siehst du, dass unsere Sünde genau dieselben Konsequenzen hat? Sie hindert die Einheit in unserer Ehe. Vielleicht haben wir unreine Gedanken, Stolz, Egoismus, Eigensinn, Ärger, Bitterkeit, fehlende Liebe, Härte, Ungeduld und vieles mehr. Liebe Ehefrauen, wir müssen Sünde in unserem Leben ausrotten! Jeden lockeren oder lüsternen Gedanken – an einen anderen Mann, durch Szenen in einem Film oder Roman oder durch eine Fernsehsendung – müssen wir in Christus gefangen nehmen (2Kor 10,5).

Und Gott gibt uns mächtige Waffen, mächtig genug, um Festungen zu zerstören. Denke nur einmal an den Preis, den Jesus für deine Erlösung bezahlt hat: Er litt und starb, um dich von deiner Sünde zu befreien. Deshalb gib dich ihr nicht einmal für einen Moment hin! Für uns wurde ein Preis bezahlt und unsere Körper gehören nicht mehr uns selbst. Sie gehören Christus und sind der Tempel des Heiligen Geistes (1Kor 6,20).

Wenn dir bewusst wird, dass deine eigene Sünde zwischen dich und deinen Mann tritt, dann bitte um die Vergebung, die wir in Christi Erlösungswerk haben, und bitte ihn um die Kraft, zu überwinden (1Jo 1,9). Versuche nicht, dich zu entschuldigen oder zu verteidigen. Vielmehr: Bitte Gott und deinen Mann so schnell wie möglich um Vergebung, und dann nehmt eure Kommunikation wieder auf.

Wenn dein Mann schuldig geworden ist

Wenn dein Mann an dir schuldig geworden ist durch sexuelle Sünde, wenn er entweder Ehebruch begangen, sich mit Pornographie oder einer Perversion anderer Art beschäftigt hat, dann musst du ihn damit auf der Grundlage von Matthäus 18,15–20 konfrontieren. Zuerst suche das Gespräch unter vier Augen. Wenn das zu nichts führt, dann nimm die Ältesten aus eurer Gemeinde oder Organisation mit. Wenn er wirklich umkehren will, dann gilt es folgende Schritte zur Wiederherstellung zu befolgen: Auch wenn er Reue zeigt, wird er den Dienst wahrscheinlich für einige Zeit abgeben müssen, um seinen Ruf als Mann einer Frau wiederherzustellen (1Tim 3,12). Gott wird dir seine Gnade schenken, damit du deinem Mann so vergeben kannst, wie dir in Christus vergeben ist. Wenn es ihm wirklich leidtut, dann könnt ihr eure Ehe erneut aufbauen und stärken.

Manchmal kann selbst eine Ahnung von Sünde eure Einheit beeinträchtigen. Wenn du den Eindruck hast, dass sich dein Mann durch eine Beziehung zu einer anderen Frau von dir entfernt, dann musst du mit ihm darüber reden. Wenn er dir versichert, dass dem nicht so ist, dann pass auf, dass du nicht selbst sündigst, indem du ihn verdächtigst oder ihm nicht mehr vertraust. Wenn du bemerkst, dass eine andere Frau die Aufmerksamkeit deines Mannes sucht, dann schütze ihn vor dieser Versuchung, indem du offen mit ihm darüber sprichst.

Mein Mann betreut eine Frau nie alleine seelsorgerlich, um sich davor zu schützen, in die Helferrolle hineingezogen zu werden. Er möchte in diesem Bereich Rücksicht nehmen auf mich und ist dankbar für meine Meinung und meinen Rat. Wir müssen unsere Ehen um jeden Preis schützen, denn auch wir können fallen. Deshalb sollten auch wir Frauen uns nicht in eine Situation begeben, in der wir durch einen anderen Mann in Versuchung geraten könnten, auch dann nicht, wenn es mit unserem Dienst zu tun hat.

Löse Konflikte in Liebe

Manchmal kann es in einer Ehe auch unnötig zu Konflikten kommen. In dem Fall haben sie weniger mit Sünde als mit Unterschied­lichkeiten zu tun. Doch auch diese Unterschiedlichkeiten können zu Sünde führen, wenn wir nicht wissen, wie wir angemessen mit ihnen umgehen können.
Eines Abends waren Bob und ich heftig aneinandergeraten wegen einer Angelegenheit, mit der wir beide zu tun hatten. Unser Sohn rief aus seinem Zimmer nach uns und bat uns, mit dem Streiten aufzuhören. Bob sagte: „Wir streiten nicht, wir diskutieren.“ Worauf Daniel entgegnete: „Könnt ihr dann ein bisschen leiser diskutieren?“ Und wir mussten zugeben: Es war nötig, Angelegenheiten so zu regeln, dass wir Christus darin ehrten.

Martin Luther und seine Frau Katie hatten beide ein loses Mundwerk, weshalb es in ihrem Zuhause nicht selten auch Streit gab.

„Aber“, sagte Martin, „denke nur einmal an all den Zank, den Adam und Eva gehabt haben müssen in ihren 900 Jahren. Eva warf ihm vor: „Du hat den Apfel gegessen“, worauf Adam erwiderte: „Du hast ihn mir gegeben.“

Doch trotz aller Neckerei führten die Luthers eine gute Ehe. Frieden und Liebe in einer Ehe zu finden, ist ein Geschenk von Gott, das dem Wissen um die Gute Nachricht gleichkommt, erklärte Martin einmal. Und niemand hätte behaupten können, dass die Luthers dieses Geschenk nicht gehabt hätten.

Manchmal braucht es ein bisschen Humor, um die Spannung zu entschärfen.
In der Hitze eines Konflikts dürfen wir Gottes Rezept für Einheit nicht vergessen:

So macht meine Freude völlig, indem ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und auf das eine bedacht seid. Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen. (Phil 2,2–4)

Wenn ich doch nur eine demütige Haltung hätte, die den Vorschlägen meines Mannes bis zum Ende zuhört und sie ebenso wichtig findet, wie meine eigenen! Wie viel schneller würden wir unsere Unterschiedlichkeiten bewältigt haben. Wenn ich nichts aus Eigennutz täte, sondern mir immer nur seine Interessen am Herzen lägen – so wie meine eigenen – dann hätten wir wahrscheinlich halb so viele Konflikte. Wie wäre es damit, den Tag mit folgendem Gebet zu beginnen: „Gott, bitte hilf mir, deinen Worten in dieser kraftvollen Bibelstelle zu gehorchen.“

Es ist möglich, Konflikte durchzuarbeiten, ohne uns dabei zu versündigen. Nämlich: Wenn wir uns ganz ausrichten auf Christi Gesinnung und die gute Kommunikation, die wir schon besprochen haben. „Eisen schärft Eisen; ebenso schärft ein Mann den anderen.“ Eine gute Ehe zu führen bedeutet nicht, niemals Konflikte zu haben. Es bedeutet vielmehr, dass sich das Ehepaar verpflichtet hat, diese in Gottes Sinn zu lösen.

Mein Mann und ich sind so dankbar für unsere Regel, uns niemals zornig schlafen zu legen in Anlehnung an Epheser 4,26: „Die Sonne gehe nicht über eurem Zorn unter.“ Nicht immer ist es möglich, einen Konflikt vor dem Schlafengehen zu lösen, aber es ist möglich, ihn in Liebe beizulegen in dem Wissen, dass man ihn am nächsten Tag wieder aufnehmen kann.

Meine liebe Schwester, anstatt unsere Geduld schnell zu verlieren und aufzugeben, lasst uns entschlossen an einer starken Beziehung arbeiten, die Sünde und Unterschiedlichkeiten in Angriff nimmt. Mit Gottes Hilfe können wir Konflikte auf eine Weise lösen, die uns einander näher bringt.

Völlige Intimität zu erreichen, ist ein lebenslanger Prozess. Und wie wir gesehen haben, müssen wir ganz bewusst an dieser Einheit arbeiten, indem wir miteinander offen und ehrlich reden, uns gegenseitig mit Worten erbauen, Vertraulichkeiten wahren, an der Entfaltung unserer Freundschaft arbeiten, die Romantik zwischen uns am Leben erhalten, unseren Männern treu sind, Sünde nicht unter den Teppich kehren und Konflikte auf liebevolle Weise klären.

Es bedeutet, dass wir alles mit unseren Männern teilen, nämlich unsere Hoffnungen und Träume, unser Versagen, unseren Erfolg, unseren Kummer und unsere Freude, unseren Besitz und unsere Körper. Was wir tun, sollte immer den Anderen im Blick haben. Was nicht bedeutet, dass wir uns nicht unterscheiden dürfen – Gott hat uns auf unterschiedliche Weise erschaffen. Es heißt vielmehr: Unsere Unterschiede müssen unserer Einheit nicht im Weg stehen, sondern dürfen unser Leben in dieser Einheit bereichern.

Es braucht Zeit und Einsatz, eine gute Ehe aufzubauen, die Gottes Plan entspricht und unsere tiefsten Wünsche erfüllt. Durch seine Kraft können wir Vater und Mutter verlassen, unserem Ehepartner anhängen und zur Ehre Gottes ein Fleisch werden.

 

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch „Von Herzen eins mit einem geistlichen Leiter“ von Mary Somerville

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