Über das Werk des Heiligen Geistes richtig denken

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Geschätzte Lesezeit: 20 Minuten

Galater 5,16–25:

„Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen.

Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, sodass ihr nicht das tut, was ihr wollt.

Wenn ihr aber vom Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht unter dem Gesetz.

Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit;

Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen;

Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, dass die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden.

Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.

Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz.

Die aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten.

Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln.“

Das ist also unser Thema heute Morgen und ist es schon in den letzten Wochen gewesen. Wir reden davon, was es bedeutet, im Geist zu wandeln. Ich möchte euch nur erinnern, einmal den Vers 5 in Kapitel 5 zu betrachten. Dort lesen wir, „Wir aber erwarten im Geist aus Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit“. Das sagt uns, dass unser Heil ein Werk des Heiligen Geistes ist. Mittels des Geistes, durch den Glauben ist uns die Hoffnung der Gerechtigkeit gegeben worden.

Ihr seht auch in diesem gleichen Abschnitt unten in Vers 25, dass wir zudem im Geist leben. Nun, da wir durch den Geist in das Heil hineingeführt wurden, leben wir im Geist. Wiederum seht ihr oben in Vers 18, dass, wenn wir im Geist leben, auch vom Geist geleitet werden. Das sind alles Aussagen in Bezug auf Tatsachen. Wir sind durch den Geist gerettet, wir leben im Geist, wir werden vom Geist geleitet und dann ist da der eine Befehl, im Geist zu wandeln. Dabei handelt es sich um den Befehl, einen geistlichen Schritt vor dem anderen zu tun und den Pfad des Heiligen Geistes zu beschreiten.

Das ist es, was es bedeutet, das Christenleben zu leben. Ihr erinnert euch bestimmt daran, dass er Gesetzlichkeit, äußerliche Rituale und Zeremonien anspricht und betont, dass Gesetzlichkeit euch nicht retten kann. Das finden wir in den Kapitel 1 bis 4. Und im Kapitel 5, sagte er, dass Gesetzlichkeit euch nicht einmal heiligen kann. Ihr werdet durch äußerliche religiöse Verhaltensweisen nicht heilig gemacht, ihr werdet heilig gemacht – wie er hier sagt – indem ihr im Geist wandelt. Es geht nicht um äußerliches Verhalten, es geht um innere Kraft.

Und ferner erinnere ich euch an Vers 19 in Kapitel 4, wo Paulus sagt, „Meine Kinder, um die ich noch einmal Geburtswehen leide, bis Christus in euch Gestalt gewinnt”. Paulus sagt, „Ich werde mich erst dann zufrieden geben, ich werde erst dann den Eindruck haben, dass die Aufgabe erledigt ist, ich werde erst dann davon ausgehen, dass es bei euch angekommen ist, wenn ihr Christus ähnlich seid.”

Darum geht es im Christenleben. Es geht darum, zunehmend Christus ähnlicher zu werden, ihm gleichgestaltet zu werden. Das ist der Pfad der Heiligung. Heiligung heißt, Christus zunehmend ähnlicher werden. Das bedeutet, dass Sünde abnimmt und Heiligkeit zunimmt, sodass wir dem immer näher kommen, was es heißt, so wie Christus zu sein.

Das passiert nur durch die Kraft des Heiligen Geistes. Und haben wir auch von dem Vers in 2. Korinther 3,18 gelernt, den wir schon mehrmals erwähnt haben, wo der Apostel Paulus sagt, dass  „Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht“  – nun im neuen Bund – die Herrlichkeit des Herrn anschauen” – d.h. wir sehen die Herrlichkeit des Herrn, wie sie in der Schrift geoffenbart wurde –, werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Herrn“, der dieser Geist ist.

Anders ausgedrückt, das Werk des Heiligen Geistes ist es, uns Christus ähnlich zu machen. Deshalb ist es der Wunsch des Pastors, dafür zu sorgen, dass das auch passiert. Darum sagt Paulus, „Ich leide Geburtswehen“ – eine Art von geistlichen Wehen –  „bis Christus in euch Gestalt gewinnt, bis ihr Christus ähnlich seid“.  Das ist das Werk des Heiligen Geistes, der, wenn wir auf den Herrn schauen, wenn wir Liebe und Gehorsam ihm gegenüber zum Ausdruck bringen, derselbe Geist ist, der uns in sein Bild verwandelt und uns von einer Stufe der Herrlichkeit zur nächsthöheren, ihm noch ähnlicheren bewegt. Heiligung ist somit das Werk des Heiligen Geistes, das uns Christus ähnlicher macht. Das ist Heiligung.

Der Heilige Geist tut das also, indem wir einen Schritt nach dem anderen machen. Wir haben davon gesprochen, dass das nicht auf einen Schlag geschieht. Es handelt sich nicht um irgendeine zweite esoterische Erfahrung wie unser Heil. Es handelt sich um eine konsequente, tägliche, stündliche Routine, wobei wir einen geistlichen Schritt vor den anderen setzen und im Geist wandeln, d.h. du wandelst im Willen Gottes, der der Geist ist, in Übereinstimmung mit der Person Christi, durch die Gott uns erschienen ist.

Ich komme allerdings nicht umhin, wenn wir uns heute diesem Abschnitte annähern, euch darum zu bemühen, mit mir ein wenig über den Heiligen Geist selbst nachzudenken. Der Gedanke, dass der Geist Gottes in uns lebt, ist eine erstaunliche Realität. Wir müssen versuchen, unser Verständnis dieser Realität zu bereichern und ich hoffe, dass ich euch heute Morgen ein wenig dabei helfen kann.

Ich denke, es ist ziemlich offensichtlich, dass der Heilige Geist das am meisten ignorierte Glied der Dreieinigkeit ist. Viel mehr Aufmerksamkeit wird Gott dem Vater und sicherlich Gott dem Sohn zuteil als Gott dem Heiligen Geist. Man kann sogar behaupten, dass der Heilige Geist nicht nur ignoriert, sondern auch missverstanden, sehr häufig verdreht, beleidigt, entehrt und sogar gelästert wird. Mir scheint, dass die Leute nicht gerne etwas über Gott sagen, das gar nicht stimmt; es ist ihnen ein Anliegen, Gott den Vater nicht zu entehren. Ich bin davon überzeugt, dass die meisten Leute, Christen, oder solche, die vorgeben, Christen zu sein, ziemlich ungern etwas Schlechtes über die Person Jesu Christi sagen würden. Doch keiner scheint sich davor zurückzuhalten, schon fast auf zügellose Weise, alles Mögliche, was einem in den Sinn kommt, über den Heiligen Geist zu sagen, selbst wenn es gar nicht stimmt.

Der Heilige Geist ist das am meisten missbrauchte Glied der Dreieinigkeit, das am meisten entehrte Glied der Dreieinigkeit; und das ist eine sehr ernste Angelegenheit. Das erste Gebot besagt, dass man keinen anderen Gott haben soll. Und das größte Gebot aller Gebote besagt, dass man den Herrn seinen Gott mit ganzen Herzen, ganzer Seele, ganzem Verstand und ganzer Kraft lieben soll; und das läuft auf Anbetung hinaus. Wir sind also zur höchsten Berufung aller menschlicher Wesen berufen, der natürlich nur Gläubige nachkommen können  – und selbst diese in diesem Leben nur unvollkommen – doch die höchste Berufung ist Gott anzubeten, ihm die Ehre zu geben, die ihm gebührt und das schließt den Vater, Sohn und Heiligen Geist mit ein..

Vom zweiten Buch Mose, wo wir Anleitung zur Anbetung erhalten, bis hin zum letzten Kapitel des Buches der Offenbarung, Offenbarung 22,9, wo wir wiederum zur Anbetung aufgefordert werden. In der gesamten Schrift, vom Pentateuch bis zum Buch der Offenbarung ist Anbetung unsere Priorität und uns wird an vielen Stellen in der Schrift, befohlen, Gott so anzubeten, wie er ist. Irgendeinen anderen Gott anzubeten oder Gott anzubeten, nachdem wir ihn umdefiniert haben, verstößt gegen die grundlegende Verantwortung und das grundlegende Gebot, das Gott gegeben hat. Es läuft darauf hinaus, dass wir Gottes Name missbrauchen. Und in 2. Mose 20,7 lesen wir Folgendes: „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen! Denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.“ Gebrauche den Namen Gottes nicht auf irgendeine frivole, bedeutungslose Weise, die verdreht, wofür er steht; das schließt den Vater, Sohn und Heiligen Geist ein.

Dies wird also, wie ich bereits sagte, viel wahrscheinlicher darauf angewandt, wie wir den Vater und den Sohn behandeln, als augenscheinlich den Heiligen Geist, denn der Heilige Geist wird missbraucht und das ist schon von jeher so gewesen. Nicht nur auf persönlicher Ebene, sondern auch gemeinschaftlich durch bestimmte Bewegungen, die in die Christenheit hineingefunden haben. Gegen den Heiligen Geist, so scheint mir, wird viel häufiger gelästert, als gegen den Sohn oder gegen den Vater. Und wir müssen uns vor Augen halten, dass der Heilige Geist genauso Gott ist wie der Sohn und der Vater.

Indem wir uns in die Schrift hineindenken und für eine paar Minuten über den Heiligen Geist nachdenken wollen, möchte ich euch helfen, das reichhaltige Vokabular zu schätzen zu wissen, das das Wesen des Heiligen Geistes für uns definiert. In Hiob 33,4 ist er der Atem des lebendigen Gottes. In Hebräer 9,14 ist er der ewige Geist. In Psalm 51,12 ist er der großzügige Geist. In Psalm 143,10 ist er der gute Geist. In Psalm 51,11, Epheser 1 und 4 und an anderen Stellen wird der Heilige Geist als Geist des lebendigen Gottes, als Geist Gottes, als Geist des Vaters, als Geist Christi, als Geist des Sohnes und als Geist des Lebens bezeichnet.

In Hebräer 10 wird er der Geist der Gnade genannt. In Jesaja 11,2 ist er der Geist der Weisheit, des Rats, der Kraft, des Verstandes, der Erkenntnis und Furcht – die mit Anbetung zu tun haben. In Johannes 14 und 15 ist er der Geist der Wahrheit. In Römer 1 ist er der Geist der Heiligkeit. In 1. Petrus 4 ist er der Geist der Herrlichkeit. In Offenbarung 1 ist er der siebenfältige Geist, ein Anklang an die siebenfältige Bezeichnung in Jesaja 11. In Johannes 14 und 15 ist er der Tröster, der zur Seite steht, um zu helfen. Und in Lukas 1,35 wird er als die Kraft des Höchsten bezeichnet, die Kraft des Höchsten.

All diese sind somit Bezeichnungen für den Heiligen Geist, die ihn direkt in jenem Dreiecksverhältnis in der Dreieinigkeit anordnen. Er ist Gott. Er ist Gott, der Geist. Das heißt nicht, dass es da drei Personen gibt, die unabhängig voneinander sind. Es gibt drei Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist, die von ihrem Wesen her eins sind  – ein Gott, der sich zu jeder Zeit in drei Personen offenbart.

Wenn wir also vom Heiligen Geist reden, glaube ich, dass wir dazu neigen, das Wort „Geist“ zu hören und wenn wir an „Geist“ denken, denken wir an etwas Immaterielles im Gegensatz zu etwas Materiellem. Etwas, das aus Fleisch ist, ist greifbar, es ist materiell, es ist sichtbar und gegenständlich. Wenn wir an Geist denken, denken wir an etwas, das unsichtbar, flüchtig und schlichtweg immateriell ist. So wird das Wort „Geist“ aber weder im Alten noch im Neuen Testament verstanden.

Das alttestamentliche Wort für „Geist“ ist  ruach, ein lautmalerisches Wort, d.h. es klingt so wie seine Bedeutung. Es handelt sich um ein gehauchtes Wort, ruach. Und im Neuen Testament ist es pneuma, wiederum ein lautmalerisches Wort. In beiden Fällen, sowohl im Hebräischen als auch im Griechischen, bedeutet es „Luft in Bewegung“, Luft in Bewegung. Es redet von Kraft. Es redet von Energie. Es bezeichnet nicht etwas, das statisch immateriell ist.

Wenn wir an den Geist denken, dürfen wir nicht an irgendeine flaue, irgendwie durchsichtige, gespenstartige Gestalt denken, sondern vielmehr an Kraft und Energie in Bewegung. Der Begriff „Geist“ ist sogar derart gewaltig, dass Gott in den Menschen hineinhauchte und dieser lebendig wurde, dass der Geist Gottes in 1. Mose 1 über der gesamten unbelebten Schöpfung schwebte und diese zu Leben explodierte. Wenn man also an den Geist Gottes bzw. an den Heiligen Geist denkt, stellt man sich nicht etwas Immaterielles vor – wenngleich er unsichtbar ist – man denkt an Kraft auf dem höchsterdenklichen Niveau: Unendliche Kraft, unbegreifliche Kraft, die Kraft, die das gesamte Universum aus dem Nichts erschaffen hat, die Kraft, die das gesamte Universum in einem neuen Himmel und in eine neue Erde verwandeln wird und die Kraft des Lebens, die alles aufrecht erhält, was im Universum existiert.

Wir lesen im Propheten Micha 3,8, „Ich aber bin erfüllt mit Kraft, mit dem Geist des Herrn, mit Recht und Stärke, um Jakob seine Übertretung zu verkünden und Israel seine Sünde“. Wenn wir also über den Heiligen Geist sprechen, reden wir von der Kraft Gottes: Schöpferkraft, Offenbarungskraft, lebensspendende Kraft, Auferweckungskraft, Verherrlichungskraft. Kraft definiert den Heiligen Geist.. In Apostelgeschichte 1,8 sagte unser Herr sogar, „ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist”.

Es ist echt wichtig, dass wir als Gläubige das verstehen,  was der Herr uns nahebringen will, wenn er uns sagt, dass der Geist in uns ist und wir im Geist leben und wir vom Geist geleitet werden, nämlich das der Geist Gottes in uns wohnt. Ein Drittel der AT Vorkommnisse von ruach bezieht sich auf Gottes Kraft in gewalttätiger Hinsicht. Jahwes ruach ist die Explosion Gottes, die unwiderstehliche Kraft, durch die er seine Absichten bewerkstelligt, seien es kreative oder zerstörerische Absichten. Er verfügt über Schöpferkraft. Er verfügt über Zerstörungskraft. „Durch ruach schafft  Gott alles, einschließlich des Heeres des Himmels“, sagt Psalm 33,6.

Der Heilige Geist ist also die Kraft Gottes, die von der Schöpfung bis zur neuen Schöpfung, der Vollendung aller Dinge, aktiv ist. Er ist vollständig Gott. Er besitzt alle Eigenschaften Gottes und beteiligt sich an allen Werken Gottes. Was der Vater tut, tut auch der Geist. Was der Sohn tut, tun auch der Geist und der Vater. Was der Geist tut, tun auch der Sohn und der Vater. Sie tun alles gemeinsam, sie sind unzertrennlich; und dennoch übernehmen sie auf rätselhafte Weise unterschiedliche Funktionen, selbst im Rahmen ihres einheitlichen Handelns.

Darüber hinaus ist der Geist genauso heilig wie der Vater. Er ist genauso gnädig wie der Sohn. Er ist so mächtig wie der Vater, so barmherzig wie der Sohn. Er ist so souverän wie der Vater. Er ist so liebevoll wie der Sohn. Er verdient dieselbe umfassende Anbetung wie der Vater wie der Sohn.

Thomas Goodwin der Puritaner sagte, „Unsere Anbetung richtet sich manchmal an den Vater, manchmal an den Sohn und manchmal an den Heiligen Geist. Manchmal richtet sich das Herz des Gläubigen darauf, die Liebe des Vaters bei dessen Erwählung zu betrachten und manchmal die Liebe des Sohnes bei dessen Erlösung und wiederum manchmal die Liebe des Heiligen Geistes, der die tiefgründigen Dinge Gottes erforscht und diese uns offenbart.“ Dann fährt Goodwin fort, „Wir sollten erst dann zufrieden sein, wenn alle drei Personen in uns ausgeglichen sind“ – das drückt er prima aus – „dass sie den gleichen Platz einnehmen, den gleichen Stellenwert haben und ausgeglichen auf demselben Niveau in uns liegen.“ Und dann sagt er noch, „Und wir sitzen dort in ihrer Mitte, alldieweil sie alle uns ihre Liebe erweisen.“ Großartige Aussage.

„Wir leben“ – laut 2. Korinther 13,13  – „in der Liebe des Vaters, der Gnade des Sohnes und der Gemeinschaft des Geistes”. Wir sind umgeben von göttlicher Liebe, göttlicher Gnade und göttlicher Gemeinschaft. Wir leben unser Leben buchstäblich in der Gegenwart, der Fülle des Vaters, des Sohnes und des Geistes. Wir haben das schon in einer unserer früheren Studien gesehen.

Heiligung bedeutet, dass wir von der Fülle Gottes erfüllt sind. Sie bedeutet, dass ihr mit der Fülle Christi erfüllt seid, sodass ihr ihm ähnlich seid. Sie bedeutet, mit der Fülle des Heiligen Geistes erfüllt zu sein. Es wird langsam Zeit, denke ich, dass wir den Geist so anbeten, wie er es verdient hat, angebetet zu werden. Wo sind die Predigten über den Heiligen Gei

st? Wo sind die Bücher über den Heiligen Geist? Wo sind die Loblieder für den Heiligen Geist? Irgendwie kommt er zu kurz, mehr als recht und billig ist.

In den letzten Jahren hat die Gemeinde sich sehr stark darauf konzentriert, den Charakter Gottes und das Wesen Gottes vor den Angriffen der liberalen Theologie zu verteidigen. Die Gemeinde ist Gott zur Hilfe geeilt. Gleichzeitig waren Christus und das Evangelium unter Beschuss und somit konzentrierte die Gemeinde ihre Kräfte darauf, die Wahrheit über den Sohn Gottes zu verteidigen. Fast endlose Bände sind geschrieben worden über Gott den Vater und Gott den Sohn; doch im gleichen Zeitraum gab es nur weniges Denken, Schreiben und Verteidigen hinsichtlich des Heiligen Geistes, was von Substanz war. Es gibt Konferenzen zuhauf und Bücher zuhauf über den Sohn und das Werk des Sohnes – und mit Recht – und gelegentlich sogar über den Vater, aber selten über den Heiligen Geist.

Die gesamte evangelikale Gemeinde scheint aufgestellt zu sein, um den Vater und den Sohn zwar zu verteidigen, den Angriffen auf den Heiligen Geist allerdings nichts entgegenzuwirken. Wir sind der schlechten Theologie über den Vater entgegengetreten und haben sie gut widerlegt. Wir sind der schlechten Theologie über den Sohn entgegengetreten und haben sie gut widerlegt.  Schlechte Theologie über den Geist haben wir nicht gut widerlegt. Eigentlich wurde seit den 1990igern kein bedeutendes Buch mehr geschrieben, das die biblische Lehre vom Heiligen Geist verteidigt. Das ist ein Grund dafür, dass wir das Buch Biblische Lehre herausgeben wollten, weil sich darin ein sehr hervorragender Abschnitt über den Heiligen Geist befindet.

Warum ist der Heilige Geist so in den Hintergrund geraten? Nun, ich denke, dass es dafür einige praktische Gründe gibt und ich muss euch diese Gründe als Warnung mit auf den Weg geben. Es gibt derzeit eine sehr weitverbreitete Bewegung in der Gemeinde, der bekennenden Gemeinde, die sich „Pragmatismus“ nennt, Pragmatismus, sucherfreundliche Gemeinden – ein alter Begriff, der in den beiden letzten Jahrzehnten popularisiert wurde. Pragmatismus besagt im Grunde, dass Gemeindewachstum von  Strategien, Plänen, Designs, Kunstgriffen, Innovationen und Methoden abhängig ist.

In einem christlichen Buch, das die Verkaufszahlen aller anderen christlichen Bücher geschlagen hat, behauptet der Autor einfach, „Wenn ich das gefühlte Bedürfnis eines Menschen kenne, kann ich jeden zu Christus führen“. Wirklich? Das ist aber sehr viel Macht. Das ist sehr viel Macht. Man hat eine Methode. Wenn man etwas über diese Person weiß und die Methode hat, kann man jeden zu Christus führen.

Diese Art von Pragmatismus braucht keinen Heiligen Geist und deswegen, bei dem Aufkeimen und Explodieren pragmatischer Formen des Christseins, die auf Verfahrensweisen und Methoden aufbauen, führt das praktisch zu einer Verleugnung der Souveränität Gottes, zur praktischen Befürwortung des Arminianismus sozusagen. Die Rolle des Heiligen Geistes wird auf ein Minimum reduziert. Es ist fast so, als sei er überflüssig; wir schaffen das, weil wir eine Strategie haben.

Und dann gibt es da noch die „Rock-Star“–Gemeinden, die konzipiert sind, um auf weltliche Geschmäcker einzugehen, insbesondere die weltlichen Geschmäcker von Nichtchristen, wobei man aber gleichzeitig Christen mit den schlimmsten Merkmalen der Kultur verbunden bleiben lässt. Sie sind nicht weniger menschenzentriert als die sucherfreundlichen Gemeinden, selbst wenn sie immerhin mit dem Evangelium richtig liegen. Doch auch sie brauchen den Heiligen Geist nicht wirklich. Man glaubt, dass das Wichtigste durch Unterhaltung erreicht wird. Unterhaltungselemente ziehen die Leute an und geben ihnen ein gutes Gefühl; und aus einem Wohlgefühl heraus, werden sie dann Jesus gegenüber aufgeschlossener sein.

Bei einem vorherrschenden Pragmatismus, wie er sich in solchen Gemeinden zeigt, kommt es zu einem Desinteresse am Heiligen Geist. Alle marktorientierten pragmatischen Ansätze hinsichtlich des christlichen Evangeliums und der Verbreitung von Wahrheit verlassen sich grundsätzlich nicht auf den Heiligen Geist. Folglich hat diese Art von Diensten nur ein geringes Interesse am Heiligen Geist und geringes Interesse am Gebet.

Und da gibt es natürlich noch darüber hinaus die überall anzutreffende und schnellwachsende weltweite Bewegung, die wir charismatische Bewegung nennen.  Die charismatische Bewegung, da sie die Person des Heiligen Geistes nicht zutreffend und biblisch definiert, lässt alles durchgehen, was man nur dem Heiligen Geist nachsagen kann, lässt alles Mögliche durchgehen, was angeblich dem Heiligen Geist zuzuschreiben ist. Jede erdenklichen Verhaltensweisen – jeder Eindruck, jede Erfahrung, jedes subjektive Gefühl, jede angebliche Vision, jede angebliche Unterhaltung mit Gott, Erscheinung Christi, jeder angebliche Abstecher in den Himmel, etc. etc. – ganz egal was, es wird alles dem Heiligen Geist zugeschrieben. Es handelt sich um eine Art dritten Pfeiler im Christsein. Und die Bewegung ist weitgehend zum Feind des Heiligen Geistes geworden, weil sie zulässt, dass Dinge dem Heiligen Geist zugeschrieben werden, mit denen er nichts zu tun haben will. Er ist aufs Gröbste entehrt. Es läuft nicht darauf hinaus, dass man den Heiligen Geist liebt, wenn man ihm Dinge zuschreibt, mit denen er nichts zu tun haben will. Noch läuft es auf seine Anbetung hinaus, wenn man ihm Dinge anhängt, auf die er sich nie einlassen würde. Das ehrt oder verherrlicht ihn nicht im Geringsten.

Mittlerweile gibt es ca. eine halbe Milliarde Menschen auf der Welt, die sich selbst als Charismatiker bezeichnen würden, eine halbe Milliarde. Weitverbreitet in dieser Bewegung ist der Missbrauch des Heiligen Geistes. Das will nicht heißen, dass keiner von ihnen den Heiligen Geist ehrt, sondern dass aufgrund der Bewegung selbst alles durchgewinkt wird, was ihm irgendwie zugeschrieben werden kann. Die Bibel warnt uns davor, dem Heiligen Geist zu widerstehen. Sie warnt uns davor, den Heiligen Geist zu betrüben. Sie ermahnt uns, dem Heiligen Geist nicht zu widersehen. Doch gegen den Heiligen Geist zu lästern ist am schlimmsten. Und jedes Mal, wenn du etwas dem Heiligen Geist zuschreibst, dass nicht auf ihn zutrifft, dann läuft das im Grunde auf Lästerung hinaus.

Ein Bespiel: Seit einiger Zeit ist ein Buch im Umlauf mit dem Titel Den Himmel gibt’s echt. Es wurde sogar verfilmt. In diesem Buch kommt ein kleiner Junge angeblich in den Himmel, kehrt zurück und gibt uns eine Offenbarung hinsichtlich des Heiligen Geistes. Darin steht Folgendes: „Der Heilige Geist ist ein blaues transparentes, also durchsichtiges, Gespenst, das Kraftfelder vom Himmel herunterschießt.” Weiterhin, „Jesus ist zwar ein kleiner Mensch, doch was ihm an Körpergröße fehlt, macht er wett durch seine Macht.“ Innerhalb von neun Monaten wurden fünf Millionen Exemplare davon verkauft.

Es gibt eine biblische Sicht vom Heiligen Geist und von Christus; wir brauchen keine Sicht, die aus irgendeiner Erfahrung herrührt, die meines Erachtens von den Eltern dem armen kleinen Kind auferlegt wurde. Das ist das Zeugs, was die evangelikale Allgemeinheit millionenfach verschlingt und den Heiligen Geist durch die Bank entehrt. Wir glauben dann, dass der Heilige Geist damit beschäftigt ist, Visionen, Offenbarungen, Zungenrede, Prophetien, Wunder und alle möglichen merkwürdigen Erfahrungen zu schenken, bizarre Erfahrungen.

Wisst ihr, in Matthäus 12, wo die Führer Israels Folgendes über Jesus sagten: „Du tust, was du tust, durch die Macht Satans“. Er sagte, „Ihr lästert gegen den Geist“. Sie lästerten gegen den Geist, indem sie die Werke Christi dem Satan zuschrieben. Ich denke, dass es innerhalb der charismatischen Bewegung zu einer Umkehrung dessen gekommen ist. Man lästert nun dem Geist, indem man die Werke Satans Christus zuschreibt.

Zur Zeit Jesu schrieb man die Werke Christi dem Satan zu. Heutzutage schreibt man die Werke Satans dem Heiligen Geist bzw. dem Geist Christi zu. Und die Herausforderung, die dies für die Gemeinde darstellt, besteht darin, dass diese Leute Akzeptanz einfordern. Sie fordern für eine Unzahl unbiblischer Ideen Akzeptanz ein. Ihre Bücher dominieren christliche Bücherstuben, sie dominieren die christlichen Medien. Sie verlangen akzeptiert zu werden, dass ihr Betrug und ihr Irrglaube akzeptiert werden. Und wenn wir sie nicht akzeptieren, sind wir die polarisierenden Spalter, die die Einheit der Gemeinde gefährden. Das drängt die Leute dann zurück. Keiner möchte gerne der Polarisierung beschuldigt werden.

Über die Jahre hinweg hat man mich beschuldigt, zu stark zu polarisieren, sowie andere, die wie ich die Wahrheit lehren. Ich bin nicht der einzige, aber ich scheine es oft abbekommen zu haben. Erstens gibt es da einige Leute, die wohl mit meiner Sicht von Gott nicht übereinstimmen, wenngleich nur geringfügig. Es gibt jedenfalls mehr Leute, die mit meiner Sicht über die Herrschaft Christi nicht übereinstimmen. Doch die größten Feindseligkeiten, die ich zu spüren bekomme, haben mit der Sicht bezüglich des Heiligen Geistes zu tun, weil es da eine gewaltige Bewegung gibt, die dem Heiligen Geist zuschreiben möchte, was den Leuten in den Sinn kommt. Die Leute machen das weniger fanatisch in Bezug auf den Vater und weniger fanatisch in Bezug auf den Sohn. Doch sie fühlen sich vom Heiligen Geist nicht bedroht. Sie glauben, sie können ihm alles Mögliche anhängen und es ist okay. Und somit ist der Heilige Geist zu ihrem goldenen Kalb geworden. Sie haben einen Götzen geschaffen, der zwar Gottes Namen trägt, der aber nicht Gott ist. Diese Art von Sache hatte Gott veranlasst, tausende von Menschen in der Wüste hinzustrecken.

So etwas bleibt nicht ungestraft; es läuft daraus hinaus, dass sein Name missbraucht wird. Es handelt sich um eine gezüchtete, gefühlsorientierte, oberflächliche, fleischliche Stimulation, die fälschlich als „Anbetung“ bezeichnet wird. Sie hat die biblischen Lehren des Gebets, des Glaubens, der Zufriedenheit, der Demut verfälscht, die Souveränität Gottes angegriffen, alle möglichen gottlosen Menschen in Führungspositionen gebracht, in denen sie sich gottlos verhalten. Früher hätte man seine Befürworter als Irrlehrer bezeichnet. Doch stattdessen wollen sie die Regeln bestimmen, für das, was geduldet werden muss; und jeder, der irgendetwas davon in Frage stellt, ist spalterisch und wird sogar beschuldigt, gegen den Geist zu lästern. Keine Gruppe hat zusammengenommen mehr dazu beigetragen, den Heiligen Geist zu entehren. Wir können uns hierbei keine Fehler leisten.

Woher wissen wir also, dass der Geist am Wirken ist? Jemand sagt vielleicht, „Nun, die Leute fallen rücklings um oder fangen an, zu kichern oder zu lachen oder verfallen in einen Trance oder hypnotischen Zustand oder reden in Zungen oder geraten in Zuckungen oder springen auf und ab.“ Wie können wir es wissen? Woher wissen wir, dass der Geist am Wirken ist?

Schaut euch einmal Galater 5,22 an. So können wir es wissen. Das bekommt man dann zu sehen: „ Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.“ Du daran merkt man auch, dass „das Fleisch samt den Leidenschaften und Lüsten“ – Vers 24 – „gekreuzigt wurde“. Das ist die Frucht des Geistes.

Das Schweigen muss ein Ende haben. Die Ehre und die Anbetung des ewigen Geistes Gottes ist unsere höchste Priorität. Wir müssen das Wirken des Geistes ehrlich und wahrhaftig betrachten. Wir wissen, was das Neue Testament sagt: Der Geist überführt von Sünde, der Geist schenkt Wiedergeburt, der Geist ist an Rechtfertigung beteiligt. Erste Korinther 6,11b: „ihr seid gerechtfertigt worden in dem Namen des Herrn Jesus und in dem Geist unseres Gottes!“

Der Geist adoptiert uns, Römer 8. Der Geist nimmt Wohnung in uns – in demselben Kapitel. Wir werden vom Heiligen Geist in den Leib Christi getauft  – 1 Korinther 12. Der Geist befähigt uns – Epheser 3,16. Der Geist schenkt und Geistesgaben – 1. Korinther 12. Der Geist erleuchtet uns – 1. Korinther 2. Und was wir hier sehen, ist, dass der Geist in uns Frucht bringt; und die Frucht wird bezeichnet, erhält ein Etikett. Wenn ein Mensch völlig vom Heiligen Geist beherrscht wird, wird er wie Christus handeln, denn es ist das Werk des Geistes, uns dem Ebenbild Christi gleich zu gestalten.

Um unsere Gedanken also zusammenzufassen, schauen wir uns einmal an, welche Rolle der Geist im Leben Christi spielte. Der Heilige Geist war Jesu unzertrennlicher Begleiter von der Wiege bis zur Bahre bis zum Thron. Da der Herr bei seiner Menschwerdung auf die Welt kam, entleerte er sich in Bezug auf seine göttlichen Privilegien – der unabhängigen Ausübung seiner göttlichen Macht – vertraute sich freiwillig dem Willen Gottes und der Kraft des Heiligen Geistes an. Und während seiner Zeit auf der Erde, bis er wieder zum Thron aufstieg, war es der Geist, der durch ihn am Wirken war, den Willen Gottes zu tun. So muss man die Inkarnation verstehen. Der Herr Jesus tat den Willen des Vaters in der Kraft des Heiligen Geistes. Und als man ihn in Matthäus 12 beschuldigte, in der Kraft Satans zu handeln, sagte er, „Ihr lästert gegen den Geist“.

Denken wir also mal darüber nach. Schlagt einmal den Anfang von Lukas 1 auf, wo der Engel zu Maria kommt –  der Engel Gabriel – und sagt, „Du bist von Gott begnadigt“.  Von Vers 31: „Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären; und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben; und er wird regieren über das Haus Jakobs in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.“

Folglich sagt Maria zum Engel, „Wie kann das sein? Wie? Das ist ein unbegreifliches Wunder. Du sagst mir, dass der Sohn Gottes in meine Gebärmutter schlüpfen wird? Wie ist das möglich?“ Antwort, Vers 35: „Der Heilige Geist wird über dich kommen. Darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.“ Die jungfräuliche Empfängnis geschah durch die Kraft des Heiligen Geistes.

Das Wirken des Heiligen Geistes begann bei der Empfängnis des Sohnes Gottes in der Gebärmutter Marias. Der Heilige Geist war von da an auf ihm. Der Heilige Geist war auf ihm, als er, wie  gesagt, noch im Leib seiner Mutter war. Und als er ein Kleinkind war, wird uns in Lukas 2 gesagt, dass „das Kind aber wuchs und wurde stark im Geist, erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade war auf ihm.“ Weisheit, Wachstum und Gnade bei Gott; wer bewirkte all das in ihm? Der Heilige Geist bewirkt das, als er vom Säugling zum jungen Mann heranwächst. Als er zwölf Jahre alt war, hatte der Heilige Geist ihn bereits zu einem gottesfürchtigen jungen Mann heranwachsen lassen.

Bei seiner Taufe kam der Heilige Geist auf ihn wie eine Taube und zeigt damit, dass der Geist auf ihm war, um ihn zu befähigen. Bei seiner Versuchung war es wiederum der Heilige Geist, der ihn in die Wüste führte, um versucht zu werden, sodass er über Satan triumphieren und seine siegreiche Haltung einnehmen konnte. Es war der Heilige Geist, der ihn in die Wüste führte, um versucht zu werden; wir haben das in Markus und Matthäus und Lukas gesehen. Es war der Heilige Geist, der ihn für seinen Dienst befähigte. In Lukas 4 wird uns gesagt, dass er in der Kraft des Geistes diente. Apostelgeschichte 10,38: „[Er war] mit Heiligem Geist und Kraft gesalbt“ Deshalb konnte er das tun, was er tat. Sein Dienst geschah in der Kraft des Geistes.

Ich weiß nicht, ob du schon einmal darüber nachgedacht hast, aber sein Tod war das Werk des Heiligen Geistes. Man fragt sich, „Er ging in den Tod, er ging in den Tod mit offenen Augen. Er wusste, was ihn erwartet. Woher hatte er die Kraft dafür? Wie hat er sich durch Gethsemane „gepowert“? „Nicht mein Wille, sondern deiner geschehe.“ Woher wusste er, was ihn erwartet? Antwort: Hebräer 9,14b: „wie viel mehr wird das Blut des Christus euch reinigen, der sich selbst durch den ewigen Geist als ein makelloses Opfer Gott dargebracht hat?”

Es war die Kraft des Geistes, die ihn ans Kreuz gebracht hat. Es war die Kraft des Geistes, die zu seiner Kraft, seiner Entschlossenheit wurde, empfangen in Marias Leib durch den Geist, als Kind durch den Geist zur vollen gottesfürchtigen Reife gebracht, bei seiner Taufe durch den Geist befähigt, durch den Geist in die Versuchung und siegreich wieder hinausgeführt, vom Geist befähigt zum Dienst, vom Geist ans Kreuz gebracht.

Römer 1,4: „und erwiesen ist als Sohn Gottes in Kraft nach dem Geist der Heiligkeit durch die Auferstehung von den Toten.” Auferweckt vom Geist. Und selbst nach seiner Auferstehung, vierzig Tage vor seiner Himmelfahrt, gab er den Aposteln Anweisungen, die er durch den Heiligen Geist erwählt hatte. Durch den Geist gab der den Aposteln Anweisungen, er lehrte sie 40 Tage in der Kraft des Geistes. Der Geist entpuppte sich als sein ständiger Begleiter von der Wiege bis zu Bahre bis zum Thron.

Schau dir Christus an! So sieht ein Mensch aus, der vom Geist beherrscht wird. Das ist nichts Bizarres, nichts Merkwürdiges an ihm. Liebe gegenüber Gott, die vollkommen ist. Gehorsam gegenüber Gott, der vollkommen ist, Liebe gegenüber den Menschen, die vollkommen ist, Mitleid, das vollkommen ist – alle Eigenschaften. Im Grunde sieht man in Jesus Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. So sieht eine vom Geist beherrschte Person aus.

Unter der vollständigen Kontrolle des Geistes Gottes führte er ein vollkommen sündloses, gottverherrlichendes Leben und zeigte uns, wie ein geistbefähigtes Leben aussieht. Seine Lehre war rein und wahr. Seine Liebe war umfassend, was ihre Höhe und Tiefe und Länge und Breite betrifft. Sein Verhalten war tadellos. Seine Einstellung war vollkommen gerecht. Seine Worte waren die Worte Gottes. Niemand hat je existiert, der ihm gleich war. Keiner hat jemals so gedacht wie er. Keiner hat jemals so geredet wie er. So sieht ein Mensch aus, der vollkommen vom Heiligen Geist beherrscht wird.

Der Heilige Geist ist nicht daran interessiert, Leute umzuhauen oder sie dazu zu bringen, törichte unbegreifliche Dinge zu tun. Der Heilige Geist ist daran interessiert, sie Christus ähnlich zu machen. Das ist sein Werk. Wenn Paulus also sagt, „Ich leide noch einmal Geburtswehen, bis Christus in euch Gestalt gewinnt”, dann sagt Paulus „Ich muss meinen Teil dazu beitragen, euch die Wahrheit Gottes zu bringen, die dann zum Werkzeug wird, das der Heilige Geist benutzt, euch dem Herrn ähnlicher zu machen.“

Es handelt sich hierbei um ein unbegreifliches Geschenk, das Gott uns macht, indem er uns denselben Geist schenkt, den er auch seinem Sohn geschenkt hat. Der Unterschied ist, dass es für uns einen Kampf bedeutet; bei ihm war das nicht der Fall. Wir sind gleichzeitig gerecht und sündig. Er war nur gerecht. Das Problem liegt also nicht beim Heiligen Geist. Woran liegt es? An uns. Deshalb brauchst du das Wort Gottes, brauchst du die Gnadenmittel, brauchst du Gebet, brauchst du die Gemeinschaft der Heiligen. All die Dinge, die durch die Kraft des Heiligen Geistes zusammenwirken, um dem Fleisch zu widerstehen.

Vers 17: „Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander.“ Doch hier finden wir eine wunderbares Versprechen: Der Geist ist dazu da, „sodass ihr nicht das tut, was ihr wollt.“

Paulus sagt in Römer 7, „Ich tue Dinge, die ich eigentlich gar nicht tun will. Irgendetwas in mir will sie tun. Da ist eine Zurückhaltung in mir; da tobt eine Schlacht in mir. Das, was dich zurückhält, ist der Heilige Geist, der dem Fleisch widersteht, sodass du nicht die Dinge tust, die du lieber von Natur aus tun würdest.

Dies ist ein deutliches Beispiel für eine geheiligte Person. Du tust nicht, was dir gefällt, sondern du tust, was Gott gefällt. Und das ist Christus, der in der Kraft des Heiligen Geistes Gott ständig vollkommen wohlgefällig ist. Er ist in uns. Wir leben im Geist. Wir werden vom Geist geleitet. Nun obliegt es uns, im Geist zu wandeln, ein Schritt nach dem anderen. Was für eine erstaunliche Realität es ist, zu begreifen, was Gott uns mit sich selbst geschenkt hat!

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