Die Notwendigkeit der Menschwerdung Christi

Jesus Christus Gott und Mensch
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Christus, der wahrer Gott ist, musste auch wahrer Mensch werden, um unser Erlöser zu sein. Darum wurde er, der das ewige Wort ist, der Erschaffer der Welten, „Fleisch“ (Johannes 1,14). Er hat „Fleisch und Blut angenommen“, um als Mensch für Gottes Kinder zu sterben und sie so von der Schuld der Sünde und von der Gewalt des Todes zu befreien. Wir verstehen, warum Johannes schreibt:

„Jeder Geist, der nicht Jesus Christus im Fleisch gekommen bekennt, ist nicht aus Gott; und dies ist der Geist des Antichrists, von dem ihr gehört habt, dass er komme, und jetzt ist er schon in der Welt.“ (1.Johannes 4,3).

Denn wenn Christus nicht wahrer und wirklicher Mensch geworden wäre, hätte er uns nicht als unser Stellvertreter durch Leiden und Tod erlösen können.

Die Notwendigkeit der Menschwerdung Christi

Johannes 1,1.14 zeigen, dass es von Ewigkeit Gottes Absicht war, dass der präexistente Christus Mensch werden sollte. Entsprechend sagt Micha 5,1, dass seine Ursprünge von den Tagen der Ewigkeit her sind. Galater 4,4 sagt, dass der Zeitpunkt der Menschwerdung feststand: „…als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau.“

„Es wäre wahrhaft jämmerlich um uns bestellt gewesen, wenn nicht Gottes Majestät selber zu uns herniedergekommen wäre – denn hinaufsteigen konnten wir ja eben nicht. So musste der Sohn Gottes für uns zum Immanuel werden, das heißt ‚Gott mit uns‘, und zwar so, dass seine Gottheit und die menschliche Natur sich auf innigste miteinander vereinten. Auf keine andere Weise konnte Gott uns ganz nahekommen… Es ist deshalb nicht unrichtig, wenn Paulus, um Christus als den Mittler zu bezeichnen, ihn ausdrücklich einen Menschen nennt (1.Tim 2,5)… Nun soll sich keiner mehr quälen und fragen, wo man denn diesen Mittler finden könne oder auf was für einem Weg zu ihm zu gelangen sei: Der Geist nennt ihn einen Menschen und zeigt uns damit, dass er uns nahe, ja, dass er unseresgleichen ist, denn er ist ja unser Fleisch und Blut“ (Calvin, Institutio, II,12,1).

Was beabsichtige Gott mit seinem in der Fülle der Zeit verwirklichten Ratschluss? Welche Gründe können wir nennen, warum das Wort Fleisch werden musste?

  1. Der Sohn Gottes wurde Mensch, um die Verheißungen zu erfüllen (1.Mose 3,15; Psalm 2,6; Jesaja 7,14; Römer 15,8).
  2. Der Sohn Gottes sollte in der Menschwerdung Gott offenbaren (Johannes 1,18). Wer den Menschen Jesus sah, sah den Vater (Johannes 14,9).
  3. Der Sohn Gottes wurde Mensch, um die Menschen zu erlösen. Der Mensch Jesus wurde zum Lamm, um die Sünde der Welt wegzunehmen (Johannes 1,29). Er erschien „in der Vollendung der Zeitalter … zur Abschaffung der Sünde“ (Hebräer 9,26). Er wurde offenbar „damit er unsere Sünden wegnehme“ (1.Johannes 3,5). Der Menschensohn kam nicht, „um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele“ (Markus 10,45).
  4. Er wurde Mensch, um Stellvertreter für schuldige Menschen im Gericht zu sein (2.Korinther 5,21).
  5. Er wurde Mensch, um der Schlange den Kopf zu zertreten (1.Mose 3,15). Der Urheber der Sünde, der Teufel, musste bezwungen werden: „Der Sohn Gottes ist offenbart worden, damit er die Werke des Teufels vernichte.“ (1.Johannes 3,8). „Weil nun die Kinder Blutes und Fleisches teilhaftig sind, hat auch er in gleicher Weise daran teilgenommen, damit er durch den Tod den zunichtemachte, der die Macht des Todes hat, das ist den Teufel“ (Hebräer 2,14). In der Folge seines Kommens wurde der Fürst dieser Welt hinausgeworfen (Johannes 12,31). Der Menschensohn „schaute den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen“ (Lukas 10,18). Damit nahm der Herr vorweg, was an einem bald kommenden Tag geschehen wird: Der Satan wird aus dem Himmel auf die Erde geworfen werden (Offenbarung 12,10), um kurz danach in den Abgrund und schließlich für immer in den Feuersee geworfen zu werden (Offenbarung 20,1-3.10).
  6. Er wurde Mensch, um den Menschen vom Tod und von der Gewalt Satans zu befreien: „Weil nun die Kinder Blutes und Fleisches teilhaftig sind, hat auch er in gleicher Weise daran teilgenommen, damit er durch den Tod den zunichtemachte, der die Macht des Todes hat, das ist den Teufel, und alle die befreite, die durch Todesfurcht das ganze Leben hindurch der Knechtschaft unterworfen waren.“ (Hebräer 2,14.15).
  7. Er wurde Mensch, weil Gott verordnet hatte, dass ein Mensch über die ganze Schöpfung herrschen soll (1.Mose 1,26). Dieser göttliche Vorsatz wird sich erfüllen, wenn Christus als der Menschensohn wieder erscheint, um über die ganze Schöpfung zu herrschen (Daniel 7,13.14).
  8. Er wurde Mensch, weil einem Menschen alles Gericht übergeben werden sollte (Johannes 5,27).
  9. Er wurde Mensch, um ein mitleidvoller Hoherpriester seines Volkes zu werden (Hebräer 2,17; 4,15).
  10. Er wurde Mensch, um Mittler eines neuen Bundes zu sein (Hebräer 8,6; 9,15; 12,24).
  11. Er wurde Mensch, um viele Brüder zu haben (Hebräer 2,11; Römer 8,29).
  12. Er wurde Mensch, um Erbe zu sein (Hebräer 1,2).
  13. Er wurde Mensch, um unser Vorbild zu sein (Matthäus 4,19; 11,29; 16,24; Johannes 13,15; 1.Korinther 11,1; 1.Petrus 1,21).

„Es konnte nur der wesentliche Sohn Gottes dem Vater eine vollkommene Genugtuung für die Sünde der Menschheit darbringen, für dieselbe wirksame Fürbitte bei dem Vater einlegen, die Macht der Sünde, des Satans und des Todes überwinden, die vollkommene Gottebenbildlichkeit und Gerechtigkeit im Menschen herstellen, hierdurch das Elend vom Menschen hinwegnehmen und die verlorene selige Gottesgemeinschaft desselben erneuern. Andererseits konnte nur der Sohn, nur wenn er menschliche Natur annahm, diese Sühnung der Welt vollbringen, weil es die Gerechtigkeit Gottes erforderte, dass die Strafe der Sünde von derselben Natur getragen würde, auf welcher die Schuld der Sünde lag. Daher kam der ewige Sohn des Vaters in Fleisch“ (Heppe, S. 323).

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